Original paper

Das Vorkommen von Fazettengeschieben in Ost- und Westpreussen.

Krause, Paul Gustaf

Kurzfassung

Bei meinen Kartenaufnahmen in der Provinz Ostpreußen habe ich auch gelegentlich auf das Vorkommen von Fazettengeschieben geachtet und ich bin in der Lage, von dem Funde zweier solcher berichten zu können. Das eine war ein größerer Granitblock, den ich seiner Schwere wegen nicht mitnehmen konnte. Der Fundort liegt im Angerburger Kreise auf dem Blatte Buddern in der Endmoräne südlich von Brosowkenberg in einem Gebiet steinreicher Sande. Das zweite Stück, das ich im Herbste 1904 im Rösseler Kreis auf Blatt Cabienen bei Burschewen fand, kann ich Ihnen vorlegen. Es ist ein kleines Geschiebe eines granitischen Gesteins, anscheinend ein Eruptiv-Gneis, das drei deutlich ausgebildete, polierte und in verschiedener Richtung geschrammte Fazetten trägt. Die eine von diesen ist leider nicht mehr vollständig, da von dem Stein (er lag in einem Lesehaufen) beim Zusammenwerfen mit anderen an dieser Stelle ein Stück abgesprungen ist. Auch dieser Fund stammt aus einem Gebiete steiniger Sande. Ich möchte daher nicht Philippi folgen, der die von Koken und Nötling gegebene Erklärung, daß die Steine in Sandmassen eingefroren von dem darüber hinweggleitenden Gletscher geschrammt seien, nicht gelten lassen will. Wir haben vielfache Beobachtungen, die darauf hindeuten, daß Sandschichten von Wasser durchtränkt gefroren und beim Heranrücken des Eises dann als einheitliche Masse diesem entgegentraten. Sie blieben dann ungestört in horizontaler Lagerung liegen und wurden wohl nur an ihrer Oberfläche abgeschert. Waren in einer solchen Masse Geschiebe in entsprechender Lage eingefroren, so lieferte der abgescherte Sand zugleich noch ein wirksamem Schleifpulver für die Bearbeitung der Gesteine. Darin stimme ich jedenfalls Philippi bei, daß die Vorbedingungen für die Entstehung der Fazettengeschiebe örtlich verschieden gewesen sein werden.