Original paper

Über die Beziehung der Kreidemühlen zur sogen, Eolithenfrage.

Hahne, Hans

Kurzfassung

Die Frage nach den ältesten Steinartefakten des Menschen, deren Chronologie nunmehr in die Tertiärzeit hineinreicht, ist in den letzten Jahrzehnten zu neuer Bedeutung gelangt durch des belgischen Landesgeologen Rutot Arbeiten, die zunächst nur das belgische Diluvium betrafen. Die Geologie des Diluviums ist für Belgien in hervorragender und wohl ganz unbestrittener Weise durch Rutot geklärt. Auf dieser Grundlage konnte er dann auch in der vorliegenden Frage Maßgebendes leisten, zumal da er auch für die ,Steinzeiten" der menschlichen Vorgeschichte autoritativ ist. Für diese Neuauflage unserer Frage ist seit einigen Jahren auch in Deutschland Interesse erweckt, (bes. durch das Verdienst von Klaatsch, Schweinfurt und dem Vortragenden). Großen Vorteil für die Sache versprach es, daß auch in Geologen- kreisen die Bedeutung der Frage erkannt wurde, die ja als Grenzgebiet zwischen Archäologie und Geologie für beide Wissenschaften wichtige Resultate verspricht. Leider fehlt es bei uns noch an der unbedingt notwendigen Zusammenarbeit geologischer und archäologischer Kompetenz. Das ist die Hauptschwierigkeit der Frage -. Deshalb auch viele nach einer Seite hin laienhafte Arbeiten und Beobachtungen, daher so häufiges Über's Ziel schießen und Aufbauschen der Fehler des Gegners - alles zum Schaden der Sache. Die Folge ist, daß das Wort Eolith heute auf Viele wie ein rotes Tuch wirkt! - Auch in dieser Gesellschaft ist bereits mancherlei über Eolithen gesprochen, aber nicht von archäologischer Seite; von künftiger Zusammenarbeit, die wir Archäologen von jeher von den Geologen erbeten haben, erhoffe ich Viel, bezw. Alles! - Ich möchte heute von unserer Seite die Bedeutung der ,Kreidemühlen" kritisieren.