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Über das Vorkommen alttertiärer Tone im südwestlichen Lauenburg.

Gagel, Kurt

Kurzfassung

Bei der Kartierung wurde in der Umgegend von Schwarzenbek in großer Ausdehnung das Vorkommen sehr auffallender Tone festgestellt, die südöstlich bis südwestlich von Schwarzenbek in der Forst Rühlau bis in die Nähe des Vorwerks Melusinenthal auf eine Erstreckung von etwa 4 km in W-O Richtung und auf 1-11/2 km N-S Erstreckung ziemlich zusammenhängende Flächen bilden, aber auch noch in einiger Entfernung davon bei Louisenthal, sowie an vereinzelten Stellen in Bahneinschnitten und bei Brunnenbohrungen angetroffen wurden, endlich sogar noch in etwa 12 km Entfernung nordnordöstlich von Schwarzenbek im ,Stubben" bei Tramm sich vorfanden. Die Beschaffenheit aller dieser Tonvorkommnisse ist eine höchst auffällige und von der der sonst im Diluvium und Tertiär des Gebietes vorkommenden Tone größtenteils sehr abweichend. Zuerst fielen mir bei den Übersichtsbegehungen in der Forst Rühlau außerordentlich fette, großenteils seifig schmierige und an der Oberfläche intensiv ockergelb gefärbte Tone auf, die in 11/2-2 m Tiefe allmählich eine rotbraune, besonders aber grünlich gelbe, gelblich braune oder dunkel grünlich graue, z. T. sogar eine fast schwarze Farbe annehmen. Die außerordentlich intensive ockergelbe Färbung aller dieser verschiedenen Tone an der Oberfläche war offenbar nur die Folge oberflächlicher Verwitterung der sehr reichlich in ihnen enthaltenen Eisenverbindungen. Eine Gesetzmäßigkeit in der Verbreitung der verschieden gefärbten, aber durchgehends außerordentlich fetten und ziemlich kalkhaltigen Tone ließ sich nicht feststellen. Die verschiedenen Varietäten wechselten ganz bunt und unregelmäßig in sehr nahe bei einanderstehenden Bohrlöchern mit einander ab; ja in vereinzelten Bohrlöchern wurde in 1,80-2 m Tiefe unter diesen, offenbar nicht diluvialen Tonen diluviales Material, Spatsand, Kies bezw. Geschiebemergel angetroffen.