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Der oberste Lenneschiefer zwischen Letmathe und Iserlohn.

Schmidt, W. Erich

Kurzfassung

Vorwort. Auf Anregung des Königlichen Landesgeologen Herrn Dr. Denckmann habe ich im Sommer 1904 etwa 3 Monate durch Kartierung einerseits und zonenweise Aufsammlung von Versteinerungen anderseits Klarheit in die Altersstellung des obersten Lenneschiefers von Letmathe zu bringen gesucht. Die relative Kürze der Zeit erklärt es hinreichend, daß die von mir aufgeführte Fauna weit davon entfernt ist, vollständig zu sein; denn den Fossilreichtum dieser Gegend auch nur annähernd erschöpfend darstellen zu können, dazu wäre lange fortgesetztes, fleißiges Sammeln eine Vorbedingung. Nun gibt es ja sicher in den großen Sammlungen sehr viele Stücke aus dem obersten Lenneschiefer dieser Gegend, die meine Aufsammlungen wesentlich ergänzt haben würden. Aber die in den Sammlungen aufbewahrten Stücke haben meistens den Nachteil, daß die Angaben des Fundortes und namentlich auch des Horizontes den zum Zweck der Altersbestimmung unbedingt notwendigen Grad von Genauigkeit nicht haben. Da nun aber die genaue Altersbestimmung Zweck der vorliegenden Arbeit war, so verzichtete ich auf die Benutzung anderer Sammlungen und hielt mich nur an das immerhin reiche Material, das ich selbst gesammelt habe. Übrigens ist die von mir zusammengebrachte Fauna noch sehr viel reichhaltiger, als die hier aufgeführten, sicher bestimmten Arten vermuten lassen; der oft recht mangelhafte Erhaltungszustand ließ jedoch in vielen Fällen keine befriedigende Bestimmung zu; und alle diese unbestimmbaren Reste sind in der Aufzählung der Fauna fortgelassen worden. Leider habe ich mir aus Mangel an Zeit die Bearbeitung des ziemlich reichhaltigen Materials von Tabulaten, Stromatoporen und Bryozoen für eine spätere Arbeit aufsparen müssen, da das unbedingt notwendige An- bezw. Dünnschleifen zu viel Zeit in Anspruch genommen haben würde. Diese Tiergruppen konnte ich umso eher zunächst unberücksichtigt lassen, als eine Klarstellung des Alters der Schichten auf Grund dieser Reste nicht zu erwarten war. Für die Klarstellung des Alters der Schichten war natürlich in erster Linie ein genaues Kartenbild erforderlich. Die richtige Darstellung der Verwerfungen im Westen des Honsels und der grossen Dechenhöhle-Verwerfungen war mir freilich ohne die Kenntnis der Störungen im hangenden und liegenden Gebirge nicht möglich. Herr Dr. Denckmann gestattete mir die Einsicht in seine Kartierungen auf Blatt Hohenlimburg und gab mir auf mehreren gemeinsamen Exkursionen die Anleitung zur Darstellung der oben erwähnten Störungszonen. Die obere Grenze des Massenkalkes ist lediglich nach der v. Dechen schen Karte in meine Karte eingetragen. Herr Dr. Torley in Iserlohn hatte die große Liebenswürdigkeit, mir bei der Bestimmung der Korallen in zweifelhaften Fällen beizustehen. Bei der Bestimmung der Crinoideen unterstützte mich Herr Professor Dr. Jaekel. Vor allem aber hat Herr Dr. Denckmann durch seinen wertvollen Rat die Arbeit sehr wesentlich gefördert. Herrn Geheimrat Dr. Branco sage ich für die liebenswürdige Überlassung der wissenschaftlichen Hilfsmittel des geologischen Unversitätsinstitutes, in dem die Bearbeitung des gesammelten Materials vorgenommen wurde, meinen besten Dank. Für wertvolle Ratschläge während meiner Studienzeit endlich bin ich Herrn Geheimrat Dr. Dathe zu großem Dank verpflichtet. Zum Schlüsse bemerke ich noch, daß meine Hauptsammlung mit den Originalen in den Besitz des Museums der Königlichen geologischen Landesanstalt und Bergakademie zu Berlin übergegangen sind, die Originale der Crinoiden aber und sehr viele Dubletten dem Berliner Museum für Naturkunde einverleibt worden sind. Einführung. Den Namen Lenneschiefer oder Lenneschichten hat H. v. Dechen gegeben und später genauer definiert, v. Dechen hat mit diesem Namen auf der rechten Rheinseite die mächtige Schichtenfolge klastischer Gesteine bezeichnet, die konkordant Karbon, Oberdevon und Massenkalk, oder, wie er diesen nennt, Eifelkalk, unterlagern und deren Liegendes echtes Unterdevon