Original paper

Über Petroleumbildung.

Hornung, Ferd.

Kurzfassung

Die Frage, wo und wie unsere fossilen Kohlenwasserstoffe entstanden sind, gehört zu denjenigen, deren definitive Beantwortung einstweilen noch aussteht. Der Grund hiervon ist leicht zu erkennen: in ihren technisch wichtigsten Vorkommen, gerade in denjenigen also, welche am meisten das allgemeine Interesse erregen, treten uns diese Stoffe als bedeutende Flüssigkeitsansammlungen entgegen, von denen man sich sofort selber sagen muß, daß sie sich nicht auf primärer Lagerstätte, sondern dort befinden, wohin sie der hydrostatische Druck trieb; vor allem also dort, wo sie Platz fanden. Und in gerechter Würdigung der hier ins Spiel kommenden physikalischen Gesetze muß man es auch für an sich recht belanglos ansehen, wenn Petroleum gelegentlich in fossilreichen Gesteinen oder gar in den Hohlräumen von Versteinerungen vorkommt. Kann es zwar hier entstanden sein, so liegt doch nicht weniger die Möglichkeit vor, daß es erst hierher geflossen ist, und das ganz besonders in dem so oft zitierten letzteren Falle. Tierleiber bestehen nämlich zum allergrößten Teile, zu 70 und mehr Prozenten in der Regel, aus Wasser, demnächst aus noch manchen anderen Stoffen, die für die Petroleumbildung ebensowenig in Betracht kommen, und erst ein Rest, besonders das Fett, kann in Kohlenwasserstoffe übergehen; aber auch dann nur zum Teile, keineswegs mit einer Ausbeute von 100 Prozent der in Aktion getretenen Substanz. Finden wir daher Tierschalen voll von Petroleum, so dürfen wir sicher sein, daß es seiner weit überwiegenden Hauptmenge nach von außerhalb gekommen ist. So ist man denn auch auf die Idee gekommen, das Petroleum sei überhaupt nicht organischen Ursprunges, sondern sei ein Erzeugnis des Erdinnern, hervorgegangen aus der Zersetzung von Metallcarbiden.