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Untersuchungen über die Abhängigkeit der Radioaktivität der Bodenluft von geologischen Faktoren.

von dem Borne, Georg

Kurzfassung

Elster und Geitel machten die Beobachtung, daß Luft, die durch ein Rohr dem Erdboden entnommen war, ein radioaktives Gas, eine sog. Emanation enthalte, und es gelang ihnen nachzuweisen, daß in Übereinstimmung mit dieser Tatsache die Bodenteilchen selbst Träger radioaktiver Eigenschaften seien. Die Intensität der in beiden Fällen zu beobachtenden Aktivitätserscheinungen ist starken Schwankungen unterworfen, und bereits die Beobachtungen der genannten Forscher machten es wahrscheinlich, daß sie in erster Linie eine Funktion seien der geologischen Beschaffenheit des Punktes, dem die Untersuchungsobjekte jeweilig entstammten. Ein gleiches gilt von der Radioaktivität von Quellwässern und Gasen, die dem Erdboden spontan entströmen. Ein erster Versuch, über die Art der hier zu vermutenden Abhängigkeit Aufschluß zu gewinnen, soll die vorliegende Arbeit sein. Nach der Desaggregationstheorie Rutherfords und Soddys, die z. Z. den Tatsachenkomplex, um den es sich hier handelt, zweifellos am befriedigendsten darstellt und die daher im Folgenden stets als zu Recht bestehend angenommen wird, beruhen die radioaktiven Phänomene bekanntlich auf dem Zerfall der Atome eines Elementes und der dadurch bedingten Bildung eines neuen Elementes. Diese Umwandlung geschieht schrittweise, diskontinuierlich, sodaß sich bestimmte wohldefiuierbare Zwischenstadien unterscheiden lassen. Bei den uns interessierenden Radioelementen, dem Radium (Ra) und dem Thorium (Tb) kommen die folgenden Einzelschritte in Betracht: