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Oberdevon am Oberharzer Diabaszuge.

Bode, Arnold

Kurzfassung

Um die Kenntnis der Alters- und Lagerungsverhältnisse der Schichten am sogenannten Oberharzer Diabaszuge, jener etwa 1 bis 2 km breiten Überschiebungszone vorwiegend devonischer Gesteine, die von Osterode bis fast nach Harzburg den Oberharz durchzieht, haben sich besonders Roemer, v. Groddeck und Lossen verdient gemacht. In neuerer Zeit hat M. Koch durch seine geologische Karte im Maßstab 1: 25 000 und die ihr beigegebenen Profile die Lagerungsverhältnisse im einzelnen klar gestellt. Adolf Roemer hatte schon 1850 die sogenannte Blattersteinzone mit ihren Kalk- und Eisensteinlagern als Oberes Mitteldevon erkannt. Die in ihrem Hangenden auftretenden roten Tonschiefer deutete M. Koch 1889 als Cypridinenschiefer. Er beobachtete aber gleichzeitig, daß sich an einigen Punkten zwischen Blattersteinzone und Cypridinenschiefer dunkle Tonschiefer einschieben, welche nach L. Beushausen wegen einer darin auftretenden vielrippigen Form von Liorhynchus und ihrer petrographischen Ähnlichkeit mit den entsprechenden Sedimenten des nördlichen Oberharzes als Büdesheimer Schiefer anzusehen sind. Im vorigen Sommer stieß der Vortragende bei Geländebegehungen, die zur Herausgabe des Blattes Osterode unternommen wurden, am Clausberge bei Buntenbock auf eine alte Schachtpinge, an deren Halde sich zahlreiche Stücke eines teils fein, teils grobkristallinisch-körnigen Kalkes vorfanden. Der Kalk enthielt in einzelnen Stocken zahlreiche Versteinerungen, es gelang aber nur wenige von den Goniatiten herauszupräparieren. Wenigstens ein, wenn auch nur kleines Exemplar konnte als Gephyroceras intumescens Beyr., mehrere andere konnten als Tornoceras retrorsum v. B. bestimmt werden. Das Vorkommen von Tentoculites tenuicinctus A. Roem. und Eutomis nitida A. Roem. und das häufige Auftreten der Buchiola palmata Gf. weisen ebenso wie die Goniatiten darauf hin, daß es sich um Ammonitidenkalke des unteren Oberdevons handelt.