Original paper

Über die petrographische Entwicklung des niederschlesischen Miozäns.

Berg, Georg

Kurzfassung

Mit Ausnahme einiger Arbeiten von Maas und Behrend ist bisher über die petrographische Entwickelung des schlesischen Miozäns im Zusammenhang noch wenig veröffentlicht worden. Meist wird bei den Besprechungen der subsudetischen Braunkohlenvorkommnisse die Natur des Nebengesteins nur in einigen Worten erwähnt, so daß sich also die Angaben darüber weit zerstreut in verschiedenen Aufsätzen finden. Vieles ist wohl auch den beteiligten Kreisen allgemein bekannt ohne jemals ausdrücklich in der Literatur erwähnt zu sein. Die wissenschaftliche Bearbeitung einer Reihe von Bohrungen im NO - Vorlande des Riesengebirges bot dem Vortragenden Gelegenheit, teils alte Erfahrungen zu bestätigen, teils hier und da einige neue Beobachtungen einzufügen, und dadurch das Bild dieser Schichtengruppe etwas abzurunden. Es sei daher gestattet, hier kurz im Zusammenhang darüber zu berichten. An älteren Arbeiten waren vor allem solche von: Behrend, Beyrich, Conwentz, Eberdt, Engelhardt, Feistmantel, Frech, Friedel, Giebelhausen, Göppert, Gürich, Heinicke, Keilhack, Maas, Michael, Orth, Boemer, v. Rosenberg-Lipinsky, Roth, Schröder und Zobel zu berücksichtigen. Das Alter der subsudetischen Braunkohlenformation gilt jetzt allgemein, wie das der gesamten norddeutschen jüngeren Braunkohle, als miozän. Michael hat in einem Vortrage vor dieser Gesellschaft gezeigt, daß die subsudetischen Braunkohlenschichten im Norden Oberschlesiens die marinen Tegel des Mittelmiozäns überlagern. Andererseits unterteufen bekanntlich im Norden der deutschen Tiefebene, an der mecklenburgischpreußischen Grenze miozäne, braunkohlenführende Schichten das marine Mittelmiozän. Es maß also zwischen diesen beiden Braunkohlenbildungen eine Grenze oder vielleicht eine Zone gegenseitiger Überlagerung bestehen.