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Neue Beiträge zur Geologie und Paläontologie der Balkanhalbinsel.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Die geologische Arbeit in Griechenland ist allmählich in ein neues, drittes Stadium getreten. Hatte die Expedition scientifique de Morée wie überhaupt auf physischem Gebiete hier die breite Grundlage unserer Kenntnis wenigstens für den Peloponnes gelegt, hatten später die österreichischen Missionen, ausgestattet mit einem Stabe der hervorragendsten Fachgenossen, die gleiche Aufgabe für Mittelgriechenland und einen Teil der Cycladen in Angriff genommen und allendings in mehr lockerem, schematischem Gefüge durchgeführt, hatte endlich in neuerer Zeit A. Philippson mit dem ganzen Rüstzeug moderner Forschung ausgerüstet in mehrjährigen Reisen uns den ganzen Gebirgsaufbau von Hellas und die an ihm teilnehmenden Schichtenglieder in mustergiltiger Methodik, aber, wie bei der Größe der Aufgabe verständlich, immer noch in großen Zügen vermittelt, so setzt jetzt die Detailforschung ein und versucht an der Hand genauer Aufnahmen die Verhältnisse im einzelnen zu erklären. Zwar nicht von seiten der Landeskinder. Eine geologische Landesuntersuchung ist bisher von Staats wegen nicht in Angriff genommen worden, und die private Initiative scheint sich bisher auf die sehr geistvollen und äußerst kühnen, aber an eigenen Beobachtungen ebenso armen Spekulationen des Herrn Negris zu beschränken. Seit Jahren ging durch die Zeitungen, daß bei Megalopolis im Herzen des Peloponnes die Reste großer Säuger gefunden, und von Herrn Scuphos, einem auf deutschen Universitäten ausgebildeten Forscher, dem Vertreter unserer Disziplinen in Athen, Ausgrabungen im größeren Stile dort unternommen worden seien; aber irgendwelche wissenschaftliche Verwertung des Materials scheint bisher nicht erfolgt zu sein, sodaß man bisher noch ganz im dunkeln ist, ob diese Säugetierreste der levantinischen Stufe angehören oder älter, pontisch, oder jünger, diluvial, oder ob mehrere Horizonte dort vertreten sind.