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Eine neue topographische Karte von Island

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Die vorliegenden Blätter umfassen das Küstengebiet des südöstlichen Teiles der Insel, etwa von der Mündung des Fulilaekr bis zum Beginn der Fjordlandschaft der Ostküste am Vestur Horn; sie überdecken somit, wenn sie auch nirgends weiter als 50 km in das Innere des Landes hineinreichen, dennoch eines der unbekanntesten Gebiete der großen Insel und zugleich infolge der gewaltigen Entwicklung des Inlandeises und der von ihm ausgehenden Gletscher und Gletscherströme eines der unzugänglichsten. Die Karte ist in drei Farben gedruckt: mit blauer Farbe sind Inlandeis, Gletscher, Flüsse und Inundationsgebiete dargestellt; mit grüner Farbe die mit Vegetation bedeckten Teile des Landes; farblos geblieben sind die vegetationslosen Flächen. Das Terrain ist dargestellt durch Schichtlinien von 20 zu 20 m, die im Eis- und Schneegebiet blau, in den übrigen Teilen braun gehalten sind. Die Karte enthält neben der dankbarst zu begrüßenden topographischen Orientierung eine Fülle von Material, welches für den Geologen wie für den Geographen von gleicher Wichtigkeit ist. So tritt in ganz ausgezeichneter Weise der Unterschied hervor zwischen der aus Basalt aufgebauten Landschaft im östlichen Teile des Vatna Jökull einerseits und den aus Vulkanen und glazialen Diluvialbildungen zusammengesetzten westlichen Teilen des dargestellten Gebietes. In dem Basaltdeckengebiet kann man die steilen Abstürze der einzelnen Basaltdecken verfolgen, ja man kann sogar aus der Senkung dieser Klippenreihen landeinwärts die Neigung der Basaltdecken von der Küste zum Lande hin ablesen. Das vulkanisch-glaziale Westgebiet dagegen ist ausgezeichnet durch das Auftreten ungeheurer, Hunderte von Metern tief eingeschnittener, klammartiger Täler, die durch die kolossale Niveaudifferenz zwischen den Gletscherenden und dem nahen Meere sowie durch verhältnismäßige Weichheit des Gesteins bedingt sind.