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Einteilung und Benennung der Schlammablagerungen.

Ramann, Emil

Kurzfassung

In neuerer Zeit hat sich das Interesse lebhafter den Schlammablagerungen zugewendet und sind Versuche der Einteilung und Neubenennung gemacht worden. Namentlich suchten C. Weber die Bezeichnung ,Mudde", ,Muddebildungen" und Potonié ,Faulschlamm" (Sapropel) einzuführen. Bereits früher habe ich diese Ablagerungen als ,Schlammbildungen" zusammengefaßt. Der Ausdruck ,Schlamm" ist bezeichnend, da er die sehr feinkörnige, weiche Beschaffenheit der Ablagerungen hervorhebt; in ähnlicher Weise wie Sand, Grand, die zusammenhanglose, feinkörnige bis grobkörnige Beschaffenheit zum Ausdruck bringt. Zudem besteht die Bezeichnung ,Schlammbildungen" einmal, sie findet sich mehr oder weniger modifiziert in allen Sprachen und es liegt kein Grund vor, vorhandene verständliche und bezeichnende Ausdrücke durch andere zu ersetzen. Wohl aber ist es erwünscht, einzelne kenntliche Formen mit bestimmten Namen zu belegen, wie dies für den ,Teichschlamm" bereits mit dem schwedischen Gyttja (meist in der norwegischen Form Gytje) geschehen ist. Viel Verwirrung hat verursacht, daß die Schlammablagerungen meist gleichzeitig mit humoseu Ablagerungen bearbeitet worden sind; hierdurch ist der Irrtum entstanden als ob sie zu diesen gehörten; eine Auffassung, die nur in sofern Berechtigung hat als humose Stoffe einer größeren Anzahl der Schlammbildungen beigemischt sind und als selbständige Form des Schlammes vorkommen. Eine wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Einteilung nicht organisierter Naturkörper muß sich auf den Bildungsvorgang stutzen, die Zusammensetzung berücksichtigen, alle bekannten Formen umfassen und die Einordnung neu hinzukommender gestatten.