Original paper

Vorläufige Mitteilungen zur Geologie Deutsch Südwestafrikas.

Lotz, Heinrich

Kurzfassung

Durch die Eingeborenenaufstände wurde die Tätigkeit des Verfassers stark eingeengt und beschränkte sich wesentlich auf die Reisewege Swakopmund-Windhuk-Rehoboth und Lüderitzbucht-Keetmannshoop. I. Beobachtungen aus dem Norden: An die Gneisgranitzone mit vorherrschendem Granit schließt sich unmittelbar südlich Okahandja, wie bereits Voit und Stollreither mitteilen, eine mächtige fast 100 km breite Glimmerschieferzone von einfachem Bau an; die Schichten streichen SO-NO bis nahezu W-O und fallen nach N ein. Die Landschaft bekommt dadurch einen fast eintönigen Charakter. Eruptivgesteine wurden nur an wenigen Stellen in geringer Mächtigkeit beobachtet (Amphibolit, Diabas). Auch Kalkeinlagerungen sind spärlich. Etwa 15-20 km südlich von Windhuk verläuft die über 2000 m hohe Kette der Auasberge, nach O bis zur Farm Voigtland reichend und gebildet aus einer mächtigen Zone von Quarziten, die sich im tektonischen Aufbau ganz an die Glimmerschiefer anschließen. Der steile Südhang der Auasberge scheint durch eine gewaltige Bruchlinie gebildet zu werden, südlich deren eine völlige Veränderung im Aufbau eintritt: Granite und Gneis treten wieder auf, desgleichen Diorite; aber auch geschichtete Gesteine, namentlich Kalke, wurden beobachtet. Hier, im Land der Rehobother Bastards schließen Gürichs Untersuchungen aus dem Jahre 1888 wieder an. Besonderes Interesse, auch vom praktischen Gesichtspunkt, rufen die heißen Quellen Groß- und Klein windhuks hervor, auf deren Ergiebigkeit (etwa 1800 cbm täglich) neben ihrer geographischen Lage die bevorzugte Stellung dieser Plätze beruht. Die Quellen Groß-Windhuks entsteigen einer annähernd NS gerichteten, scharf nachzuweisenden Abbruchslinie; es sind mehr als 20 einzelne Austritte längs einer einzigen etwa 1500 m langen Linie, in deren Mitte etwa die Temperaturen am höchsten sind.