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Vulkangebiet des Laacher Sees.

Rauff, Hermann

Kurzfassung

Koblenz-Niedermendig. Um 8 Uhr morgens fuhr man mit der Bahn von Koblenz über Andernach nach Niedermendig. Man durcheilte damit den sehr jugendlichen Einbruchskessel des Nenwieder Beckens, der mit vulkanischen Tuffen, besonders Bimstein erfüllt ist. Die Eruptionen, die diese Aschen auswarfen, reichten bis in die prähistorische Zeit hinein; denn mächtige Bimsteinablagerungen überdecken auf den verschiedensten Höhenlagen des Beckens den Löß oder wechsellagern stellenweise mit ihm. Von der Bahn aus hatte man gute Einblicke in zahlreiche Bimsandgruben mit ihren scharf gesonderten, etwas welligen Schichten und Britzbänken. Sie liefern das Material für eine blühende Industrie, die zahlreichen ,Schwemmstein"-Zicgeleien, die besonders bei Urmitz, Weißenturm, Andernach, Nicdermendig, aber auch auf der rechten Rheinseite weite Felder einnehmen. Bei Plaidt südlich Andernach wendet sich die Bahn nach Westen und tritt hier in das eigentliche Vulkangebiet des Laacher Sees ein. Links grüßt der Kamillenberg herüber mit seinem alten Kirchlein. Unweit davon erhebt sich Ruine Wernerseck auf einem Sporn von Unterdevonschiefer am Rande des steil eingeschnittnen Nettetales. Wernerseck gegenüber an der rechten Talwand ein Lavastrom, der von der Berggruppe des Michel- und Langerberges, der Eiter- und Wannenköpfe ausgeht, sich nach W in das Tal ergossen hat und in einer langen Strecke vom Flusse sehr gut aufgeschlossen worden ist. Deutlich zeigt seine Auflagerung auf Devon, (stellenweise auch auf darüberlagernden Braunkohlentonen), 17-18 m über der heutigen Talsohle, daß das Tal zur Zeit des Lavaergusses noch nicht so tief eingeschnitten war als jetzt; auch läßt sich erkennen, daß das Gefälle der Nette damals beträchtlich stärker war als heute.