Original paper

Über das Vorkommen des Untereocäns (Londontons) in der Uckermark und in Vorpommern.

Gagel, Kurt

Kurzfassung

Nachdem durch die Untersuchungen dieses Sommers festgestellt war, daß die vor einem Jahre an dieser Stelle besprochenen alttertiären Tone bei Schwarzenbek tatsächlich nicht oligocän, sondern untereocän sind und genau dem Londonton von Hemmoor entsprechen (sie sind petrographisch und in Bezug auf die Führung der so charakteristischen Toneisensteingeoden und Phosphorite genau identisch mit Hemmoor, sie führen wie die Tone vom Hemmoor Lagen von vulkanischer Asche - Basalttuffe -; endlich erwies sich der in ihnen enthaltene Fusus als Fusus trilineatus Sow.), ergab sich die Frage nach der weiteren Verbreitung dieses Londontons nach Osten. Daß der Londonton mit seinen Bänken vulkanischer Asche sich in größerer Erstrecknng sowohl in Schleswig-Holstein wie weiter im Osten finden müsse, war schon aus der bekannten Verbreitung der in so merkwürdigen Lokalanhäufungen sowohl wie in einzelnen Stücken bis östlich der Oder beschriebenen schwarzen Basalttuffe sicher zu schließen. Diese Basalttuffe, die früher von Meyn, der ihre Natur nicht erkannt hatte, als Zementstein von verschiedenen Stellen Schleswig-Holsteins (Ahrensburg, Bitzerau, Steinhorst etc.) in sehr auffallenden Lokalanhäufungen beschrieben waren, die ebenso auf Fehmarn in der Nachbarschaft des Londontons (des Fehmarner ,Tarras") massenhaft auftreten, finden sich auch noch an anderen Stellen in bemerkenswerten Lokalanhäufungen und waren anstehend von Deecke, sowie von Elbert und Klose von der Greifswalder Oie beschrieben, wo sie in sehr auffallenden alttertiären Tonen stecken, die durch die Führung von Molerdiatomeen ausgezeichnet sind (vgl. Deecke a. a.O. S. 76).