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Ein Nachwort zur Interglazialfrage.

Wolff, [Wilhelm]

Kurzfassung

In No. 8 dieser Monatsberichte für 1905 gab ich eine kleine Reisenotiz über ein wahrscheinlich interglaziales Kalklager bei Gnewau in Westpreußen und empfahl dasselbe der weiteren Untersuchung der Fachgenossen. In No. 12 derselben Monatsberichte macht nun Herr Jentzsch, der bewährte Altmeister der Geologie Westpreußens, auf einen kleinen literarischen Lapsus freundlichst aufmerksam, der mir bei meiner Notiz untergelaufen ist, indem er nachweist, daß das erwähnte Vorkommen bereits von Zeise kurz angeführt wird. Nun, ich weiß, daß mein verehrter Freund Zeise mir dies Versehen nicht übelnimmt; auch habe ich immerhin das Vorkommen etwas ausführlicher skizziert. Herr Jentzsch wünscht aber außerdem eine bessere Begründung meiner Ansicht über das interglaziale Alter dieser Ablagerung, die ich bescheidenerweise als auf ,Erkundigungen" beruhend angab. Ich nehme daher Anlaß zu versichern, daß diese Erkundigungen in folgendem bestanden: Bereits vor mehreren Jahren konnte ich eine größere Anzahl von (nachträglich noch von anderer Seite vermehrten) Bohrprofilen untersuchen, welche das fragliche Kalklager durchlaufen, und von denen die Mehrzahl Sand, eine oder zwei aber auch Geschiebemergel als Liegendes der Ablagerung nachweisen. Die ganze Formation erinnerte mich an die von Jentzsch und Michael publizierte Beschreibung eines diluvialen Kalklagers aus der Gegend der Kernsdorfer Höhen (Ostpr.). Die Bohrungen werden in kurzem im Jahrbuch der Kgl. Preuß. geol. L.-A. veröffentlicht werden, sodaß ich sie hier nicht anzugeben brauche. Daraufhin habe ich dann 1905 gemeinsam mit Herrn Dr. Eller, dem wissenschaftlichen Leiter der westpreußischen Bohrgesellschaft (der wir die Profile verdanken), die Aufschlüsse besucht und gesehn, daß auch im Hangenden Geschiebemergel auflagert.