Original paper

Über Versteinerungen im Rammelsberger Erzlager.

Bode, Arnold

Kurzfassung

In der Mehrzahl der in neuerer Zeit erschienenen Publikationen, welche sich über die Natur der Rammelsberger Erzlagerstätte äußern, ist bereits die Ansicht ausgesprochen, daß diese sedimentären Ursprungs sei, nicht aber tektonischen Vorgängen ihre Entstehung verdanke, und als ein echtes auf chemischem Wege niedergeschlagenes Präzipitat von gleichem Alter mit den sie umgebenden Wissenbacher Schiefern aufgefaßt werden müsse. Dieser Ansicht, die neuerdings besonders durch Wiechelt in einem Aufsätze über ,die Beziehungen des Rammelsberger Erzlagers zu seinem Nebengestein" auf Grund einer eingehenden Schilderung der Lagerstätte und unter Berücksichtigung abweichender Meinungen zum Ausdruck gebracht ist, fehlt nach meinem Dafürhalten immer noch ein wirklich einwandsfreier Beweis. Ihre beste Stütze hätten jedenfalls im Erze selbst auftretende Versteinerungen vom Alter der unteren Wissenbacher Schiefer gebildet. Der Ursprung der Lagerstätte aus einem vor der karbonischen Gebirgsfaltung bereits vorhandenen oder jüngeren Gange würde danach unmöglich erscheinen, wenn auch die Auffassung einer metasomatischen Entstehungsweise des Lagers (Beck) dadurch nicht erschüttert würde. Das einzige Vorkommen eines Tierrestes, das bisher bekannt geworden war, bestand in einem von Wiechelt im Dünnschliffe beobachteten Querschnitt durch eine unvollständige in Schwefelkies erhaltene und von Schwerspat erfüllte Goniatitenschale, ein Fund, der seiner Natur nach bisher noch einigermaßen problematisch bleiben mußte und wegen seines isolierten Vorkommens auch bezüglich der Entstehung der Lagerstätte Zweifel übrig ließ. Neuerdings ist dieses Auftreten einer Versteinerung in einer Bauderzzone des Rammelsberger Erzlagers aber in überraschender Weise bestätigt worden.