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Schmelzversuche mit Orthosilikaten.

Hermann, Paul

Kurzfassung

Vor einem Jahre hatte ich die Gelegenheit wahrgenommen, an dieser Stelle über die Petrographie der Portlandzementklinker zu sprechen. Wir haben damals gesehen, daß sich an der Zusammensetzung der Klinker vorzugsweise 4 Mineralien beteiligen, nämlich der Alith, der Belith, der Celith und der Felith. In der neueren Zementliteratur findet sich verschiedentlich die Ansicht ausgesprochen, daß dem Felith eine Zusammensetzung von 2 Ca O Si O2 zukomme, eine Formel, die große Ähnlichkeit mit der Olivinformel besitzt. Törnebohm hatte überdies nachgewiesen, daß dieses Mineral rhombisch ist, sodaß die Vermutung nahe lag, daß der Felith ein Kalkolivin sei. Um einigen Aufschluß über diesen Punkt zu erhalten, stellte ich eine Schmelzserie her, die ein Ansteigen des Gehalts an Mg = Orthosilikat um je 6,25 % für die folgende Schmelze besitzt. Um gleichzeitig einigen Aufschluß über die Kristallisationsgeschwindigkeit der Ausscheidungen zu erhalten, wurden die Schmelzversuche möglichst gleichartig gestaltet. Als Rohmaterial wurden nur chemisch reine Stoffe verwandt, und zwar: chemisch gefällter kohlensaurer Kalk, gefällte Kieselsäure und chemisch reine Magnesia. Die sorgfältigst durchgemischten Einwagen wurden in Graphittiegel gefüllt, deren Deckel mit feuerfestem Tonbrei verschmiert wurden, um das Hereinfallen von Verunreinigungen zu verhüten. Unter den Tiegeln wurden die zur Messung der jeweils erreichten Höchsttemperatur dienenden Segerkegel angebracht und zwar so, daß sie vor Stichflammen geschützt waren. Die Schmelzen wurden in einem Koksgebläseofen (System Hammelrath) ausgeführt. Bei den Versuchen wurden stets die gleichen Koksmengen angewandt und die Brenndauer nach Möglichkeit gleich bemessen. Nach dem Niederbrennen und Ausschalten des Gebläsewindes wurden die Tiegel 10 Minuten lang noch im Ofen gehalten, sodann herausgehoben und in trockenen Sand gesetzt und hierin abermals 10 Minuten lang abkühlen gelassen und darauf aufgeschlagen.