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Die Gruppe des Flasergabbros im sächsischen Mittelgebirge.

Uhlig, Johannes

Kurzfassung

1. Einleitung. Die Gesteinsgruppe, mit der sich die vorliegende Arbeit beschäftigt, findet sich fast ausschließlich an der Grenze des mittelsächsischen Granulits gegen die hangenden Biotitgneise, Gneisglimmerschiefer und Glimmerschiefer in Form von voneinander getrennten Lagern oder linsenförmigen Gesteinskörpern. Sie setzt sich im wesentlichen zusammen aus fein- bis dickschiefrigen oder dichten Plagioklasamphiboliten, in welche lentikuläre Partien von Gabbro und grobflaserigen Amphiboliten sowie von allen möglichen Zwischengliedern beider eingeschaltet sind, während zugleich stellenweise ein allmählicher Übergang der flaserigen Amphibolite in die erstgenannten Amphibolschiefer stattfindet. In diesen Komplexen fehlt normaler, körniger Gabbro nicht, im allgemeinen aber herrschen flaserige Gabbrovarietäten vor, in denen meist teilweise eine Vertretung des Pyroxens durch Hornblende stattfindet. Oft ist die Flasergabbrogruppe vergesellschaftet mit Bronzitserpentinen, die sich gewöhnlich zwischen sie und die Granulite einschieben, vereinzelt aber auch Linsen innerhalb der Flasergabbrovorkommnisse bilden. Die Verbindung und Wechsellagerung der petrographisch und strukturell so verschiedenartigen Gesteinstypen untereinander und mit den angrenzenden Gesteinen ist fast immer eine konkordante, und so ist es begreiflich, daß sich die Anschauungen über die Genesis der Flasergabbrogruppe stets eng verknüpften mit denjenigen über den Granulit und die hangenden Schiefer. Der erste, der sich mit dem sächsischen Gabbro eingehender befaßte und ihn anfangs teils als Diorit, teils als Hypersthenit beschrieb, C. F. Naumann, kam zu der Anschauung, daß derselbe ebenso wie der Granulit ein nur eigentümlich struiertes Eruptivgestein sei.