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Über Älteren Löß im Niederrheingebiet.

Steinmann, Gustav

Kurzfassung

Unter den Auswürflingen des Rodderbergs findet man auch Löß in gefrittetem Zustande. Er enthält noch reichlich Reste der gewöhnlichen Schnecken, aber ihre Schalen sind verschwunden und nur ihre Abdrücke und Steinkerne übrig geblieben. Er braust nicht mit Salzsäure, aber der 5-6 % betragende Gehalt an Kalkerde beweist, daß ursprünglich etwa 10-11 % Karbonate darin vorhanden gewesen sind, die durch den Frittungsvorgang zerstört und in Silikate umgewandelt wurden. Dieser Löß entstammt naturgemäß einer Lößablagerung, die älter ist als die Eruption des Rodderbergs. Da nun gerollte Lapilli des Rodderberg-Ausbruchs bei Rolandswert lagenweise in den tieferen Schichten des Jüngeren Löß auftreten (Pohlio, Laspeyres), und der Jüngere Löß transgredierend, den Vulkanberg vom Fuß bis gegen den Kamm hinauf überkleidet, so muß angenommen werden, daß Alterer Löß in dieser Gegend vor der Eruption des Vulkans vorhanden gewesen ist. In der Tat hat ja auch Laspeyres aus einem Hohlwege oberhalb Mehlem eine Lößablagerung beschrieben, die von eckigen Lapilli des Vulkans überdeckt wird, und die große Lößkindel pflasterartig zusammengefügt enthält. Das ist aber im Oberrheingebiete das bezeichnende Merkmal des Älteren Löß, der sich im Niederrheingebiete auch an mehreren anderen Orten gezeigt hat. Das Verhältnis der beiden Lößabteilungen zu den diluvialen Geröllauffüllungen ist am Niederrhein das gleiche wie am Oberrhem und geeignet zur Unterscheidung der verschiedenen Auffüllungen. Solcher hat man bisher drei unterschieden. Am Rodderberg lassen sich aber mit fast modellartiger Klarheit deren vier unterscheiden, nämlich folgende: a) Niederterrasse,