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Über die Zinnerzlagerstätten Bolivias.

Steinmann, Gustav

Kurzfassung

Stelzner hat nach den Berichten und Proben, die ihm von verschiedenen Bergleuten eingesandt waren, und nach der vorliegenden Literatur ein klares und im wesentlichen zutreffendes Bild von der Eigenart der bolivianischen Silber-Zinnerzlagerstätten geliefert; aber der Mangel eigener Beobachtungen an Ort und Stelle läßt es begreiflich erscheinen, daß seine Schilderungen noch vervollständigt oder verbessert werden können. Zudem sind im Laufe der letzten Jahre besonders im nordöstlichen Teile der bolivianischen Ostkordillere eine größere Anzahl von Zinnerzvorkommnissen entdeckt und in Betrieb genommen worden, die einen vollständigeren Überblick über die Verbreitung der Zinnerzgänge und über die Art ihrer Abhängigkeit von den tertiären Eruptivgesteinen gewähren, als man ihn früher hatte. Mein Weg führte mich auf meiner letzten Reise gerade über mehrere dieser neuendeckten Vorkommnisse. Sie liegen zumeist weiter gegen O vorgeschoben als die bisher bekannten, so die Gruben des Cerro Leque, S. Arque, zwischen Cochabamba und Oruro. An diesem Berge, der, soweit ich ermitteln konnte, nur aus untersilurischen Schiefern aufgebaut ist, sind etwa 1/2 Dutzend Betriebe im Gange, auf denen fast nur reine Zinnerzgänge abgebaut werden; andere Erze mit Ausnahme von Eisenkies scheinen ganz zu fehlen. Bemerkenswert ist aber weiterhin, daß liparitische oder dazitische Eruptive, an deren nächste Nahe die Silber-Zinherzgänge sonst allgemein geknüpft erscheinen, hier anstehend nicht zu sehen, auch nicht als Geröll zu finden sind, obgleich an den kahlen und weithin übersehbaren Bergen jedes derartige Vorkommnis leicht bemerkt werden müßte. Ähnlich liegen die Verhältnisse in weiter nördlich gelegenen Gebieten der Ostkordillere, in der Kordillere von Tres Cruces und von Araca im S des Illimani.