Original paper

Über das Miocän in Oberschlesien.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Im Jahre 1904 hat Herr Michael zuerst sehr dankenswerte Mitteilungen über versteinerungsführende Absätze des Miocän gegeben, welche an verschiedenen Funkten Obervschlesiens durch Tiefbohrungen gewonnen worden waren. Das wichtigste Profil ist hier das von Polnisch-Neukirch, wo das Miocän bis zu einer Teufe von 130 m entwickelt ist. An der Basis läge hier der Tegel des oberschlesischen Industriebezirkes mit zahlreichen Versteinerungen, darüber aber ,eine über 100 m mächtige Schichtenfolge von Quarzsanden, Tonen, Glimmersanden, Flammentonen, Braunkohlentonen mit Braunkohle, dann wieder Quarz und Glimmersanden bis zur Kohle, die der sog., früher als Oligocän angesprochenen, subsudetischen Braunkohlenformation angehöre". ,Das wesentlich jüngere, wohl obermiocäne Alter derselben sei hier durch die direkte Auflagerung auf marinem Mittelmiocän bewiesen". Herr Michael ist auch im folgenden Jahre auf dieses Thema weiter zurückgekommen, und hat in der gleichen Zeitschrift 1905, S. 224 weitere Mitteilungen über das Alter der subsudetischen Braunkohlenformation gegeben. Er bespricht hier besonders zwei Tief bohrungen, die eine von Klein-Althammer bei Jakobswalde, die andere von Lorenzdorf bei Kujau, in denen beiden die Braunkohlenformation in einer Mächtigkeit von annähernd 100 m über marinen Schichten des Miocän erbohrt wurde. Während in dem ersteren Falle die Versteinerungen des sie unterteufenden, marinen Horizontes anscheinend spärlich und nach den beiden angegebenen Formen (Corbula gibba und Ostrea cochlear) ziemlich indifferent sind, hat die Bohrung bei Lorenzdorf, zumal in den tiefen Horizonten von 374-396 m Teufe, ,eine ungemein individuenreiche Fauna" ergeben, ,deren Hauptformen Cerithium cf. pictum, Lithoglyphus, Limnocardium, Melanopsis usw. mehr auf Brackwasser hinweisen" sollen.