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Zur Altersfrage der norddeutschen Eolithenfunde.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Zur Wahrung meiner Priorität gegenüber den Herren Wiegers und Rutot in bezug auf die richtige Deutung des relativen Alters der norddeutschen sogenannten Eolithenvorkommnisse bzw. der ältesten menschlichen Feuersteinartefakte in Deutschland sehe ich mich genötigt, noch einmal kurz das Wort zu ergreifen. Meine Studien über die Gliederung der Quartärbildungen in verschiedenen Ländern Europas, Asiens und Afrikas gehen bis in das Jahr 1894 zurück. 1895 behandelte ich. ,Das Diluvium in der Umgegend von Erlangen", 1896 die ,Entstehung und Geschichte des Toten Meeres", 1901 ,Das Pliozän- und Quartärzeitalter in Ägypten", 1902 die ,Geschichte des Nilstroms und des paläolithischen Menschen in Ägypten". Seit 1898, in welchem Jahre ich zufällig in Ägypten gelegentlich meiner geologischen Aufnahmen am Niltal reiche Funde an Feuersteinartefakten bei ausgedehnten alten Feuersteinbrüchen im Wadi esch-Scheich machte, wandte ich meine Aufmerksamkeit auch dem Menschen als wichtigstem. Leitfossil der Quartärperiode und dessen Steinwerkzeugen zu. Vor etwa 5 Jahren machte ich für mich den ersten Versuch, in einer großen Übersichtstabelle die Pliozän- und Diluvialbildungen der verschiedenen Länder nach der Literatur und eignen Studien vergleichend zusammenzustellen, woran ich gelegentlich noch immer arbeite. Besonders bemühte ich mich, auf diese Weise die so sehr abweichenden Einteilungssysteme der norddeutschen Diluvialgeologen, sowie Pencks, Steinmanns, Geikies, Rutots u. a: in einen gewissen Einklang zu bringen, soweit das überhaupt möglich ist.