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Kurze Bemerkungen über das Diluvium im Westen der Weser.

Martin J.

Kurzfassung

Im ersten Teil meiner ,Diluvialatudien" habe ich die Basalte aus Schonen als leitend für das untere Diluvium angesprochen. Dieser Auffassung vermag F. Schucht nicht beizupflichten, und ich kann ihm darin nur recht geben. Es wäre jedoch nicht nötig gewesen, einer Ansicht entgegenzutreten, die ich selbst längst aufgegeben habe; wie ich nämlich bereits vor zehn Jahren schrieb, beweisen die in Holland gemachten Funde nur das eine, daß irgend ein baltischer Strom von Nordosten her die Niederlande überflutete Die irrige Annahme, daß nur das erste Inlandeis Basalte aus Schonen nach Norddeutschland und den Niederlanden verschleppt haben könne, ist eine jener unhaltbaren Konsequenzen, die sich aus der Theorie der wechselnden Stromrichtungen ergeben, eine Theorie, die vor 15 Jahren, als ich meine ,Diluvialstudien" begann, unangefochten dastand, die aber später von mir nachdrücklich bekämpft worden ist. Nach der damaligen Anschauung sollte das jüngste Inlandeis in der Richtung von Ost nach West über Norddeutschland sich fortbewegt haben. Demgemäß mußte man folgern, daß der Transport der Basalte von Schonen nach Norddeutschland auf die Zeit der ersten Vergletscherung beschränkt gewesen sei, in der sich die Eismassen fächerförmig zwischen den Richtungen N-S und Nnw-Sso über Norddeutschland ausgebreitet haben sollten. Statt dessen habe ich nachzuweisen gesucht, daß hier die Bewegung des Inlandeises während aller Entwicklungsphasen einer jeden Invasion unverändert zwischen den Richtungen NO-SW und N-S von statten gegangen ist, und da Herrn Schucht dies nicht unbekannt sein dürfte, so hätte er bei einiger Überlegung sich sagen müssen r daß nach meiner jetzigen Auffassung den Basalten eine leitende Bedeutung für das untere Diluvium nicht beigemessen werden kann. Auf ihr häufiges Vorkommen im oberen Diluvium habe ich überdies selbst mehrfach hingewiesen.