Original paper

Inoceramus Cripsi

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Der dem oberen Emscher (Zone des Actinocamax granulatus BLV.) angehörige Sandstein des Heidelberges bei Blankenburg am Harz birgt neben Inoceramus lobatus Münst. einen weiteren Vertreter dieser Gattung, welcher durch linksseitige Einbiegung des hinteren Schalenrandes charakterisiert ist. Herr Rittmeister von Haenlein brachte für ihn die Bezeichnung flexuosus in Vorschlag. Je eine kurze diagonale Hohlkehle auf beiden Klappen weist ihn der Gruppe des Inoc. impressus D'orb. zu, für welche Whitfield den Gattungsnamen Endocostea in die Literatur eingeführt hat. Dieselbe Einbiegung des Hinterrandes findet sich an Inoc. Cumminsi Cragin aus der mexikanischen oberen Kreideformation wieder. Von Strombeck stellte E. flexuosa v. Haenl. sp. zu Inoc. Cripsi Mant. und bezog sich für seine Bestimmung auf die Abbildungen, welche Goldfuss: Petrefacta Germaniae II Taf. 112, Fig. 4 nach senonen westfälischen Exemplaren gegeben. Mantell hat jedoch seiner Darstellung eine Form des englischen Cenoman zu Grunde gelegt, und dies haben neuerdings wieder Newton und Jukes-Browne betont. Durch letztere Altersbestätigung angeregt, hat Petrascheck die Inoceramen der Gosau einer Revision unterzogen und die Mehrzahl der Formen, die bisher nach Zittels Vorgang zu Inoc. Cripsi gestellt wurden, als Inoc. cf. regularis D'orb. bezeichnet, nachdem Jukes-Browne die Verschiedenheit einer Anzahl von Zittels Originalen durch Vergleich mit einem Abdruck von Mantells Original festgestellt hatte.