Original paper

Das Erdöl von Helfta bei Eisleben.

Hornung, Ferd.

Kurzfassung

In einer kleinen Mitteilung, welche ich vor kurzem an dieser Stelle erscheinen ließ, benutzte ich aus bestimmten, dort näher dargelegten Gründen die bituminösen Gesteine der Harzer Zechsteinformation, um aus ihnen die Bedingungen herzuleiten, unter denen ihre Kohlenstoffverbindungen entstanden sein mögen. In der Absicht natürlich, um hierdurch auch über die Entstehung anderer Kohlenwasserstofflagerstätten einigen Aufschluß zu erhalten. Als eine gewisse Unbequemlichkeit für meine Beweisführung mußte ich damals den Umstand empfinden, daß wir es dort nicht gerade mit tropfbarem Erdöl, sondern teils mit festem Bitumen (Kupferschiefer), teils mit einer Gesteinsdurchtränkung zu tun hatten, die zwar flüchtig und riechbar ist, aber nicht entfernt in fließenden Mengen vorliegt (Stinkstein, Asche). Dem ist nun inzwischen auch noch abgeholfen. Den Herren Beyschlag und Monke verdanken wir die wertvolle Mitteilung, daß sich im Kupferschiefer des Ostharzes in letzter Zeit auch wirkliches, flüssiges, nicht bituminisiertes Erdöl gefunden hat. Dieses Erdöl fand sich, begleitet von Salzwasser, an drei nicht weit voneinander entfernten Stellen auf der vierten Tief bauschole des Hermannschachtes bei Helfta, südöstlich von Eisleben, in 317 m Tiefe. Ich konnte mich begnügen, dieses Erdöl als eine unverhofft schnell erfolgte Bestätigung meiner a.a.O. gegebenen Darlegungen einfach zu registrieren. Indessen, die genannten Herren Autoren knüpfen andere Folgerungen daran;