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Fossilführende plistocäne Holtemme-Schotter bei Halberstadt im nördlichen Harzvorlande.

Wüst, Ewald

Kurzfassung

Zwischen Halberstadt und Groß-Quenstedt finden sich zu beiden Seiten der Holtemme in Niveaus zwischen 100 und 125 m, 2,5 bis 18 m über der Holtemme, zahlreiche Aufschlüsse in plistocänen, wechselnde Mengen von nordischem Gesteinsmateriale führenden Holtemme-Schottern. An einigen Punkten sind in diesen Schottern Fossilien gefunden worden: von Groß- und Klein-Quenstedt hat schon seit einer Reihe von Jahren die Sammlung des Naturwissenschaftlichen Vereines in Halberstadt Säugetierreste erhalten, bei Klein-Quenstedt habe ich 1903 Konchylien gefunden, zwischen Wehrstedt und Groß-Quenstedt hat 1904 Herr Hofapotheker Johannes Maak in Halberstadt eine tonig-torfige Lage mit Pflanzen- und Insektenresten entdeckt, an der gleichen Stelle habe ich kurz darauf Konchylien gefunden, und schließlich hat Herr Maak an den erwähnten Konchylienfundpunkten noch weitere Konchylien gesammelt. Im folgenden gebe ich neben einigen Mitteilungen über die geologischen Verhältnisse der erwähnten fossilführenden Schotter eine Bearbeitung der Säugetierreste und der Konchylien derselben. Die Pflanzen- und Insektenreste sind der Bearbeitung durch einen Spezialisten vorbehalten. Herrn Hofapotheker Johannes Maak, Kustos der Sammlung des Naturwissenschaftlichen Vereins in Halberstadt, spreche ich auch an dieser Stelle für die Überlassung der erwähnten Säugetierreste der ihm unterstellten Sammlung und der von ihm gesammelten Konchylien zur Bearbeitung meinen verbindlichsten Dank aus. Die fossilführenden Schotter zwischen Wehrstedt und Groß-Quenstedt sind aufgeschlossen in einer Kiesgrube, welche am rechten Gehänge des Holtemmetales in einer Meereshöhe von 108,75-113,75 m und in einer Höhe von 5,75-10,75 m über der Holtemme gelegen ist.