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Untersuchungen zum Beweise der Ausdehnung des Basalts beim laugsamen Erstarren.

Fleischer, Alexander

Kurzfassung

In einer unterm 20. April 1905 veröffentlichten Arbeit habe ich nachgewiesen, daß in einer bei der Nickelverhüttung fallenden ersten Schlacke, die spezifischen Gewichte vom Rande nach der Mitte zu 3,326, 3,244, 3,213 und 3,18 ergeben, also beim langsamen Erstarren ein geringeres spezifisches Gewicht sich zeigte. Außerdem fand ich bei einem anderen Block solcher Schlacke eine größere Zahl aufeinander folgender Blasenräume, bei denen stets diejenigen Wandungen, welche den abkühlenden Flächen zunächst lagen, mit Kristallen bedeckt, die entgegengesetzten aber ganz glatt wie mit einem Email überzogen sich zeigten, und unter oder in diesem glatten Email umgelegte Kristalle sichtbar waren. Diese Beobachtung ließ sich nur dadurch erklären, daß auf die später erstarrten Wandungen der Blasenräume bei einem, nur wenig unter der Schmelztemperatur liegenden Wärmegrad fortlaufend ein Gasdruck ausgeübt worden ist, welcher bei teilweiser Schmelzung resp. Erweichung die Kristalle umgelegt und mit einer Glasur überzogen hatte. Dieser Druck aber konnte nur durch eine fortlaufende Ausdehnung der noch zähflüssigen Masse beim Erstarren entstanden sein. Im Anschluß an diese Arbeit habe ich es unternommen, auch beim Basalt nachzuweisen, daß derselbe im geschmolzenen Zustand beim langsamen Erstarren sich ausdehnt, und rasch erstarrte Massen ein höheres spezifisches Gewicht zeigen als langsam erstarrte. Ich wurde hierzu veranlaßt durch die von Alfons Stübel in seinem Werk ,Die Vulkane von Ecuador" aufgestellte Behauptung: ,daß die vulkanische Kraft, wo immer sie sich äußern möge, nichts anderes sein könne als die Folge eines Erkaltungsvorganges, der wesentlich in einer mehr oder weniger plötzlichen Volumenvergrößerung zum Ausdruck gelangt".