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Über das Alter des Emstalsarides.

Tietze, O.

Kurzfassung

In den Monatsberichten der Deutschen geologischen Gesellschaft 1905, Nr. 10, berichtet W. Wolff von einer Bohrung bei Aurich, die unter mächtigem oberen Geschiebemergel, sowie mächtigen geschichteten Sedimenten in seinem Liegenden einen zweiten Geschiebemergel und nordische Kiese über einheimischem Diluvialkies traf. Er hält die obere Geschiebemergelbank für ein Produkt einer jüngeren Vereisung, glaubte aber die zwischen dieser oberen Grundmoräne und der bei Bremen und bei Aurich erbohrten unteren Geschiebemergelbank lagernden Schichten noch nicht sicher als interglacial bezeichnen zu dürfen. Es ist mir seit einigen Jahren eine Bohrung, die beim neuen Schulhaus in Papenburg, 40 km südlich Aurich, niedergebracht wurde, bekannt, deren Profil ich in meinen ,Beiträgen zur Geologie des mittleren Emsgebietes", S. 181, veröffentlicht habe. Als ich bei Gelegenheit einer anderen Untersuchung das Profil von Aurich einer erneuten Prüfung unterzog, und eine Probereihe, die von dem gleichen Bohrloch im Auricher Museum aufbewahrt ist, zu Gesicht bekam, überzeugte ich mich, daß mein Papenburger Profil im wesentlichen dieselbe Schichtenfolge wie jenes zeige. Das ausführliche Profil der Auricher Bohrung ist jetzt durch F. Schucht in unseren kritischen Bemerkungen zu Bielefelds Geest Ostfrieslands veröffentlicht. Im Papenburger Profil stellten sich nämlich bei 56 m Tiefe feldspatführende grobe Sande ein, von denen ich früher annahm, was ich auch in einer Fußnote a.a.O. S. 172 ausdrückte, daß sie nachträglich verunreinigt seien, weil 48 m feine Sande und Ton, bezw. Tonmergel, die darüber liegen, keinerlei Spur von nordischem Material führen.