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Entstehung der Eisenerzlagerstätten Lapplands

Stutzer, O.

Kurzfassung

In den letzten beiden Jahren konnte Vortragender zweimal die großen Eisengruben Lapplands besuchen. Im Jahre 1905 kam er auf einer Studienreise durch die skandinavischen Bergbaudistrikte auch nach Gellivare und Kiruna, jenen bereits nördlich des Polarkreises gelegenen großen Eisenerzfeldern. Im vergangenen Jahre, 1906, konnte Vortragender abermals mit einer reichlichen Unterstützung des Iron und Steel Institutes in London jene nordischen Gegenden besuchen. Sein Aufenthalt währte dieses zweite Mal in Lappland sechs Wochen. Als Eisenerz finden wir in Lappland Magnetit und Eisenglanz. Die Magnetitlagerstätten lassen sich in zwei Gruppen teilen, in titanhaltige Magnetite und phosphorhaltige Magnetite. Die titanhaltigen Magnetite sind an Gesteine der Gabbroreihe gebunden. Ihres Titangehaltes wegen werden sie zurzeit noch nicht abgebaut. Zu ihnen gehören die Vorkommen von Routivare, Tjabrak und Tjavelk. Ihre Entstehung wird von allen Geologen einstimmig als magmatische Ausscheidung innerhalb der sie umgebenden Eruptivgesteine angesehen. Die Eisenglanzlagerstätten hängen meist eng mit den phosphorreichen Magnetitlagerstätten zusammen. Die phosphorreichen Magnetite sind für Gegenwart und Zukunft die wichtigsten. Sie sind stets gebunden an Gesteine der Syenitreihe, besonders an Natronsyenite und Natronsyenitporphyre. Zu ihnen gehört Kirunavaara, Gellivare, Ekströmsberg, Svappavara, Mertainen, Painirova und andere. Sie sind alle auf magmatischem Wege entstanden, und zwar entweder als magmatische Ausscheidungen in situ oder als gewanderte magmatische Ausscheidungen, als magmatische Gänge und Ergüsse. Der Pneumatolyse ist bei Bildung dieser Erze eine nicht unbedeutende Nebenrolle zuzuschreiben.