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Über den ,Pegmatitanhydrit" und den mit ihm verbundenen ,Roten Salzton" im Jüngeren Steinsalz des Zechsteins vom Staßfurter Typus und über Pseudomorphosen nach Gips in diesem Salzton.

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Zuerst kam der Vortragende nochmals auf den ,Grauen Salzton" zurück (vergl. dazu diese Monatsberichte 1904, S. 47-52), der das Hauptkalilager unmittelbar bedeckt, wies die Ochsenius-Waltheksche Vermutung zurück, daß die von ihm darin gefundenen Fossilien nur in lokalen kleinen Regenpfützen zur Entwicklung gekommen seien, und sprach dementgegen seine Überzeugung dahin aus, daß, wie der Graue Salzton selbst innerhalb des Staßfurter Zechsteintypus allgemein verbreitet sei, so auch seine Fossilführung ganz allgemein bei geeigneten Aufschlüssen und genügendem Suchen überall zu finden und seit dem Jahre 1904 tatsächlich auch schon wieder in mehreren Bohrungen gefunden sei. Da die Fossilien (Gervillia, Aucella, Schizodus, auch eine Terebralula sind beobachtet) marin sind und doch nur in nicht allzustark konzentriertem Wasser gelebt haben können, so wird einerseits die Ochseniussche Auffassung hinfällig, daß jener Salzton - kurz ausgedrückt - ein äolischer Löß der Zechsteinzeit sei, andererseits entstehen neue Schwierigkeiten, wie man sich dann besonders in den nicht wenigen Fällen von anscheinend ursprünglicher Geringmächtigkeit dieses Salztones (z, B. nur 4 m bei Aschersleben) die Tatsache der Erhaltung des Kalilagers zu erklären habe. Auch jetzt noch mag Vortragender keine Vermutung darüber aufstellen. Im Anschluß hieran werden nochmals die alten, schon 1873 von Weiss in dieser Gesellschaft und sonst noch von vielen anderen (Credner, Geinitz, Kosmann, Ochsenius, Teuchert, Zepharovich etc.) beschriebenen schönen großen Pseudomorphosen von rotem Steinsalz nach Carnallit und die kleineren von Steinsalz nach Steinsalz vorgelegt, die sich - aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem, dem Grauen Salzton - in den Schächten zu Westeregeln gefanden haben und eine Kruste aus mikroskopischen Bergkriställchen besitzen.