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Die Bituminierung.

Stremme, Hermann

Kurzfassung

Potonié hat drei Gruppen der Kaustobiolithe (brennbaren organogenen Gesteine) unterschieden: Die Sapropelite, die Humusgesteine und die Liptobiolithe. Als ein wesentliches Trennungsmerkmal dient ihm die Verschiedenheit der Materialien, aus denen sie entstehen. In den Sapropeliten rührt die organische Substanz überwiegend von echten Wasserorganismen und deren Exkrementen her. Die Humusgesteine entstehen aus Landpflanzen (Moorpflanzen), als deren Hauptbestandteil die Kohlenhydrate angesehen werden, die Liptobiolithe aus harz- und wachsharzhaltigen Landpflanzen bezw. Humusablagerungen. Wie seit langem bekannt ist, unterliegen die-Humusgesteine nach ihrer Bildung einer Umwandlung, der Inkohlung, die wohl infolge einer leichten Destillation zu einer Anreicherung des Kohlenstoffes im Gesteine führt. Bei den Sapropelgesteinen vermutet Potonié einen ähnlichen Prozeß, die Bituminierung, als dessen Endprodukte aber wasserstoff- und sauerstoffreichere Verbindungen als bei der Inkohlung auftreten. Dagegen wird bei den beständigen Liptobiolithen eine Umwandlung nicht angenommen. Über die Bituminierung liegen nur wenige Daten vor. Einige Analysen von fossilen Sapropeliten sind in der Literatur zu finden. Aber bei den meisten sind mangels Angabe des Analysenganges Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit geboten. In einem anderen Falle war gerade der Analysengang geeignet, Bedenken an der Verwendbarkeit des Ergebnisses zu erwecken. Ich selber habe 1904 in den Monatsberichten dieser Gesellschaft die Resultate von Analysen mitgeteilt, die ich, allerdings mit geringen Hilfsmitteln, systematisch über diesen Gegenstand angestellt hatte. Es blieb jedoch noch manche Lücke auszufüllen.