Original paper

Molukkenkrebse.

Stromer v. Reichenbach, Ernst

Kurzfassung

Die Molukkenkrebse sind jetzt nur in wenigen sich nahe stehenden Arten im warmen Seichtwasser der Ostküste Nordamerikas bis nach Westindien und Ostasiens bis zu den Molukken nach Süden vertreten. Fossile jedoch sind außer dem Limulus syriacus H. Woodward 1879 aus der obersten Kreide des Libanon und dem dürftigen Rest des L. Nathorsti Jackson 1906 aus dem Lias (Süßwasser) Schonens sowie dem von Emmons 1856 erwähnten Limulus der Chatham-Stufe (Süßwasser) Nordkarolinas bisher nur in tertiären und mesozoischen Ablagerungen Deutschlands gefunden worden. Wenn auch alle fossilen Arten bis auf den Solnhofener L. Walchi nur auf einzelne Exemplare gegründet, also sehr selten sind, so lassen sich doch schon aus diesen dürftigen Kenntnissen einige interessante Schlüsse ziehen. Zunächst fällt auf, daß sämtliche Limuli -wie übrigens die ganze Klasse der Merostomata, abgesehen von dem rezenten Molukkenbewohner, nach dem heutigen Stande der Kenntnisse auf die Nordhemisphäre beschränkt sind, und daß die fossilen bis auf die syrische Art nur nordlich des alten Tethys-Ozeans gefunden wurden, sowie daß sie die Lücke der jetzt diskontinuierlich verbreiteten Formen einigermaßen ausfüllen. Noch bemerkenswerter ist aber die Facies, in der sich die meisten fossilen Arten finden. Außer den syrischen und Solnhofener Arten, die in marinen Kalkschiefern vorkommen, und den zwei Arten des Muschelkalkes, der Ablagerung eines Binnenmeeres, stammen sie nämlich alle aus Süß- und Brackwasserschichten und sind dementsprechend öfters mit Resten von Landpflanzen vergesellschaftet. Auch die im Perm und Karbon Europas und des östlichen Nordamerikas verbreiteten Bellinuriden, in welchen wir wohl die unmittelbaren Vorläufer der Limuli sehen dürfen, finden sich bis auf ein Exemplar des französischen Oberkarbons nur in solcher Facies.