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Die Geologie des Roten Beckens der Provinz Sz-Tschwan in China

Abendanon, E. C.

Kurzfassung

Nachdem die Teilnehmer an den Exkursionen der 52. Hauptversammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft unter der ausgezeichneten Leitung des Herrn Dr. Buxtorf sich die ziemlich einfachen Falten des Ketten-Juras eingehend angesehen hatten, erscheint es mir von Wichtigkeit, etwas über das Rote Becken von Sz-Tschwan mitzuteilen, ein Gebiet, wo Faltung und Erosion in geradezu außerordentlich regelmäßiger Weise vorhanden und im Landschaftsbilde ausgeprägt sind. Eine ausführliche Veröffentlichung meiner Beobachtungen im Boten Becken von Sz-Tschwan hat bereits stattgefunden in den Juni-, Juli-, September- und Oktober-Lieferungen der ,Revue Universelle des Mines" 1906 wie auch in einem Sonderabdruck aus derselben. Ich möchte hier also nur die Hauptsachen der Geologie in jenem Gebiete hervorheben, um so mehr weil einige meiner Ansichten sich geändert haben, allerdings nur diejenigen über das Alter der verschiedenen Formationen, welches auch jetzt noch nicht ganz feststeht. Zu einem allgemeinen Überblick des orographischen Bildes Ton diesen Teilen Chinas sei folgendes vorausgeschickt. Von Zentral-Asien bis zur ostchinesischen Flachebene (siehe Übersichtskarte) dehnt sich über eine von von Richthofen auf 40 Längengrade veranschlagte Länge das uralte und stark gefaltete Kwenlun-Gebirge aus. Nach den Mitteilungen von Richthofens besteht dieses Gebirge aus archäischen und paläozoischen Gesteinen. Der Tsinling-Schan und Ta-pa-Schan sind östliche und südliche Teile des Kwenluns. Nördlich von diesem Kettengebirge gibt von Richthofen in den Provinzen Schen-si und Schan-si ein paläozoisches Hochtafelland an, das nach Osten aufbiegt in eine NNO-SSW gerichtete Randschwelle, das Tai-hang-Gebirge oder Tai-hang-Schan, und dann abbricht.