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Der Jura von Wielun in Polen.

Koroniewicz, P.

Kurzfassung

Im Laufe der letzten Jahre habe ich mich mit der Erforschung der Ablagerungen, die den Jurazug zwischen Krakau und Wielun bilden, und zwar hauptsächlich der Sedimente des Callovien, beschäftigt. Einen der nördlichsten Aufschlußpunkte des Jura in diesem Zuge, nämlich die Stadt Wielun, habe ich erst vor kurzer Zeit besucht. Mit Rücksicht auf das Interesse, welches die von mir daselbst besichtigten Entblößungen der Juraschichten, besonders des Callovien, bieten, halte ich es für zweckmäßig, eine vorläufige Mitteilung über meine Beobachtungen zu machen. Zunächst möchte ich derselben eine kurze Übersicht der Literatur-Angaben über den Jura von Wielun voranschicken. Die Ablagerungen des Jura bei Wielun sind wegen ihres Reichtumes an Versteinerungen, besonders an großen Ammoniten, den Geologen schon seit lange bekannt. Hinweise darauf treffen wir schon bei Schultz. Über die Versteinerungen von Wielun und die daselbst hervortretenden Gesteine berichtet auch Staszic. Eine ausführlichere, obgleich nicht ganz getreue Darstellung der geologischen Verhältnisse bei Wielun gibt Oeynhausen, welcher die dort auftretenden Gesteine als weiße und gelbe Kalksteine, zuweilen mit Feuersteinen und großen Versteinerungen, beschreibt. Pusch unterschied in Wielun zwei Stufen: einen eisenschüssigen ockergelben sandigen Kalkstein und den gemeinen und dolomitischen Jurakalk, wobei er irrtümlich meinte, der Sandkalkstein wäre jünger als der Jurakalk. Später erkannte Pusch selbst seinen Irrtum und stellte den eisenschüssigen Kalkstein zum braunen Jura. Beyrich fand im weißen Jurakalke von Wielun Amm. alternans Buch - eine typische Form des Oxfordien.