Original paper

Entdeckung der Dinotheriensande an dem Niederrhein.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Nach Suchen durch Jahrzehnte ist es mir vor kurzem endlich gelungen, die Dinotheriensande an dem Niederrhein mit aller wünschenswerten Sicherheit festzustellenfwahrscheinlich gemacht war ja ihr Vorkommen schon längst durch die von mir bereits betonte ältere Fundortangabe eines Zahnes von Mastodon longirostris über der Braunkohle von Alfter bei Bonn. Es erweist sich nunmehr, daß die kürzlich von mir beschriebenen und dort benachbarten Sande mit Geschieben des Maas-Flusses, welche durch ihre hochgelbe Farbe und petrographische Bildung bei Bonn einzig dastehen, auch Dinotheriensande sind. Denn sie entsprechen völlig (abgesehen von den Maasgeschieben) den ockergelben Sanden über der Braunkohle des Neuwieder Beckens, aus denen ich gegenwärtig einen Molaren von Aceratherium und Dinotherium erhalten habe. Diese Sande überlagern dort die Braunkohlentone an dem Westrande des Westerwaldes bei Bannberscheid und Baumbach, in der Nähe von Montabaur. Bei Bonn ist dieses ältere Pliocän also überlagert durch jüngstes - die ältesten Rheinsande der Hochfläche. Die Sande mit Kieseloolith bei Brohl usw. mögen zum Teil wohl noch mitteltertiär sein; die Kieseloolithe selbst sind nach meinen Erfahrungen nur eine Abart der Braunkohlensilicite (,Knollensteine"), denn oolitische Bildungen sind in unserer Braunkohle nicht selten und von mir früher als Eisenoolithe und Tonoolithe (analog den süddeutschen Bohnerzen) in den Sitzungsberichten der Niederrheinischen Gesellschaft beschrieben worden. Kieselige Oolithe habe ich selbst nirgends gefunden in der Bonner Gegend.