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Diluvialbildungen bei Northeim und Gronau.

v. Koenen, Adolf

Kurzfassung

In den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte der Blätter Nörten, Moringen und Lindau hatte ich vor 13 Jahren als vermutlich fluviatiles Pliocän Schichten angeführt, die südwestlich von Northeim in den Ziegelei-Tongruben von Vogt und von Kerl ausgebeutet werden, von dem gewöhnlichen Lößlehm zum Teil sehr abweichen und über Schottermassen besonders von Muschelkalkgeröllen liegen. Die Tongruben sind seitdem sehr bedeutend erweitert worden und jetzt bis über 9 m tief. Auch jetzt noch stehen zu unterst bis zu 2 m dunkle, fette Tone an, welche Pflanzenreste sowie stellenweise zahlreiche Klümpchen von Blaueisenerde enthalten. Darüber folgen vorwiegend braune bis graubraune, meist wohlgeschichtete sandige und tonige Lagen, welche besonders nach oben dem Lößlehm gleichen und wohl auch von solchem bedeckt werden. Außer größeren Stücken von in Lignit verwandeltem Holz finden sich namentlich in den obersten Schichten, seltener in den tieferen, bis über 0,5 m dicke, abgerundete Blöcke eines mäßig festen, graubraunen Quarz-Sandsteins, welcher zuweilen kleinere Milchquarzgerölle enthält und auch in der näheren Umgebung auf den Feldern umherliegt. Derartige Sandsteine kenne ich nicht anstehend in älteren Schichten der dortigen Gegend, und vergleichbar sind sonst nur die miocänen Quarzsande und freilich meist viel härteren Sandsteine und Quarzite, wie sie unter den Basaltkuppen der Gegend von Dransfeld bis zur Bramburg, in einer kleinen Graben-Versenkung auch bei Moringen erhalten sind. Früher sollen Haselnüsse und Bucheckern in den dunklen Tonen vorgekommen sein, und einen Zapfen, anscheinend von Picea excelsa, fand ich vor einigen Jahren in der Kerlschen Tongrube.