Original paper

Die Basalte des Wartenbergs bei Geisingen in Baden.

Becker, Ernst

Kurzfassung

Einleitung. In der Vorrede zu meiner in der Rosenbusch-Festschrift erschienenen Geologischen Besprechung des Wartenbergs erwähnte ich die Notwendigkeit einer völligen Neuuntersuchung der dortigen Basalte, in petrographischer Hinsicht. Entschiedene Widersprüche in den früheren Veröffentlichungen über unser Eruptivgestein, namentlich soweit sie sich auf die Melilith- und Perowskit-Führung beziehen, bildeten die Veranlassung zu jener Bemerkung. Stelzner sagt in seiner Arbeit über Melilith und Melilithbasalte: ,Aus dem zweiten Eruptionsgebiet der schwäbischen Alb, dem Hegau, ist mir nur ein Melilithbasalt bekannt geworden; derjenige des Wartenbergs bei Geisingen." - Zunächst ist hier geographisch zu berichtigen, daß wir den Wartenberg keineswegs mehr zum Hegau rechnen können, sondern daß er dem Schwäbischen Stufenland zugehört, welches durch das bei Geisingen beginnende Donautal scharf geschieden wird von dem Badischen Randen-Gebirge. Letzteres sowohl, wie jenes Stufenland, bilden geologisch die südwestliche Fortsetzung der Schwäbischen Alb. Der Wartenberg, nördlich der Donau gelegen, kann, streng genommen, geographisch auch nicht mehr dem Randen angegliedert werden. Wie ich in meiner früheren Arbeit geschildert habe, bildet der heutige Wartenberg-Kegel den Überrest einer sonst denudierten Jurabarre, durch welche einstmals die beiden heute zu trennenden Teile zu einem gemeinsamen Gebirgszug vereinigt wurden. Stelzners und späterer Autoren Arbeiten haben die Melilithführung sowohl für die Basalte des Hegau als auch des Randen dargetan. Nach orsterem besteht der Basalt des Wartenbergs aus Augit, Melilith und Magnetit (Nephelin untergeordnet) mit Olivin und Augit als Einsprengungen. Dagegen wird das ,Fehlen" des Perowskit als Eigentümlichkeit hervorgehoben. Grubenmann sagt dagegen in seiner außerordenlich eingehenden Beschreibung: ,Der Melilith ist recht schwer aufzudecken" und ,der Perowskit läßt sich suchen", Es muß mir zugegeben werden, daß allein in jenen beiden Zitaten ein Gegensatz liegt. Ist Melilith in größerer Menge bei wenig oder fehlendem Nephelin vorhanden, dann ist nicht einzusehen, weshalb sich seiner Auffindung besondere Schwierigkeiten in den Weg stellen sollten. Ist dies aber der Fall, so muß die Anwesenheit einer nicht unbeträchtlichen Menge eines Minerals vorausgesetzt werden, das geeignet ist, den Melilith zu verschleiern, und als solches kommt für unsere Gesteinsart eben der Nephelin in Betracht. Auch durch die Grubenmannsche Analyse wird der mikroskopische Befund des letzteren Forschers bestätigt und die Angaben Stelzners widerlegt. Man wolle die beigefügte Analyse mit einer solchen z.B. des Hochbohler reinen Melilith-Basaltes vergleichen, und man wird die Überzeugung gewinnen, daß es sich bei unserem Basalt nicht um einen Typus handeln kann, in dem Nephelin fast völlig durch Melilith ersetzt sei. Alles Weitere, was zur Bestätigung dieser Behauptung dienen könnte, wird in der nachfolgenden Besprechung des näheren Beachtung finden. Ich habe mir erlaubt, die zu meiner früheren Arbeit gehörige geologische Kartentafel in 1 : 10 000 nochmals hier anzufügen und bin der Schweizerbartschen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart zu großem Dank verpflichtet für ihr liebenswürdiges Entgegenkommen. Bezüglich der einschlägigen Literatur verweise ich auf die Angaben Grubenmanns, welche ich hier nur wiederholen könnte.