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Eine angebliche alte Mündung der Maas bei Bonn. - Beobachtungen über die Beziehungen der pliocänen und diluvialen Flußaufschüttungen von Maas und Rhein.

Fliegel, Gosshard

Kurzfassung

Es ist das Verdienst von Herrn H. Pohlig, als erster die Aufmerksamkeit darauf gelenkt zu haben, daß sich in der Gegend von Bonn - bei Duisdorf - zwischen die Braunkohlenformation und die ältesten Rheinschotter des Diluviums eine selbständige fluviatile Ablagerung von Quarzschottern und -Sanden einschiebt, die durch die Führung von verkieselten Organismenresten besonders ausgezeichnet ist. Hinsichtlich der Herkunft dieser Schotter samt ihrem merkwürdigen Fossilinhalt hat Pohlig im Gegensatz zu C. Schlüter, der diese Fossilien als jurassisch erkannt und ihren Ursprung aus paläontologischen Erwägungen im Süden gesucht hat, daran festgehalten, daß ,die Richtung der Süßwasserfluten, welche diese Reste hergebracht haben, nicht diejenige des Rheinstromes bzw. eines damaligen Vorläufers von ihm, sondern daß sie entweder eine ungefähr nordsüdliche oder westöstliche gewesen ist". Diese Meinung von dem Westosttransport hat Pohlig in einem soeben in dieser Zeitschrift veröffentlichten Aufsatz unter dem Titel: ,Eine alte Mündung der Maas bei Bonn?" in bestimmtere Form gekleidet. Die Beweisführung ist einfach: In den genannten Quarzschottern bei Bonn und von hier aus rheinabwärts treten verkieselte Versteinerungen des Oxford auf; ebensolche finden sich in derselben Art der Erhaltung und in mehreren Arten völlig übereinstimmend in den jüngsten Flußaufschüttungen der Maas sowie anstehend im Flußgebiet der oberen Maas bei Mezieres und Sedan; außerdem seien bei Bonn Fossilien aus dem Kohlenkalk von Aachen und aus der Kreide oder dem Tertiär des südlichen Belgiens gefunden worden, wie überhaupt Maasgeschiebe in der Niederrheinischen Bucht weit nach Osten reichen.