Original paper

Über den Wellenkalk an der unteren Tauber.

Henkel, Ludwig

Kurzfassung

Im Jahrgang 1904 dieser Zeitschrift, S. 221, habe ich ein Profil durch den Wellenkalk des Tajibertals bei Hochhausen veröffentlicht. Da eine erneute Untersuchung mir mehrfache Berichtigungen und Ergänzungen geliefert hat, mochte ich dies Profil nochmals in etwas veränderter Form mitteilen (s. Fig. 1). Das Material dazu lieferte vor allem der ausgezeichnete Aufschluß in dem Einschnitt der Straße von Hochhausen nach Eiersheim (badisches Meßtischblatt Tauberbischofsheim) und die Steinbrüche auf der Hochfläche darüber, dann die Hohlwege in der Nähe des ,Kalten Bildes" sowie die. Gehänge zu beiden Seiten der Straße von Werbach nach Böttigheim, besonders Wasserriß und Wegeinschnitt im Sparental bei Böttigheim (Name nicht auf der Karte; es ist die nördlichste Schlucht in der Nordost-Ecke des Blattes). Die erste und zweite Schaumkalkbank zeigen noch ganz die typische Entwickelung wie im Maintal und in Thüringen. Dagegen besteht die dritte Schaumkalkbank aus einem merkwürdigen Oolith, bei dem schwarze Körner von ungefähr 3/4 mm Durchmesser in einer grauen Grundmasse liegen, die beim Verwittern gelb wird. Auch diese Bank führt noch reichlich Petrefakten der Schaumkalkzone, insbesondere ist sie reich an Myophoria orbicularis. Besonders bemerkenswert ist die Terebratelbank. Sie besteht im Sparental aus einem festen schwarzblauen Kalk von 15 cm Mächtigkeit, der sehr reichlich Terebratula vulgaris und Lima lineata führt.