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Die 10 obersten Terminalmoränen der Chajoux-Moselotte in den französischen Vogesen.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Die Moselotte ist der erste stärkere Zufluß der Hochmosel von dem Vogesenkamm, in welche sie dicht oberhalb von Remiremont einmündet. Sie entsteht in dem Marktflecken La Bresse - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Landschaft an dem französischen Jura - aus der Vereinigung zweier starken Bäche: der an dem ,Kamm" entspringenden Vologne-Moselotte oder ,Kiemen Vologne" und der westlicher fließenden Chajoux-Moselotte oder dem Chajoux; an der Quelle des letzteren beträgt die Wasserscheide zwischen beiden Bächen nur einige Hunderte von Metern Breite, sie besteht in einer Paß-Einsenkung, an diejenige angrenzend, welche als ,Col des Feignes sous Vologne" in nicht viel über 800 Meter Höhe den Übergang aus dem Moselottegebiet in dasjenige der großen Vologne, in den Kessel von Retournemer bietet. Das Tal der Vologne-Moselotte ist großenteils dicht bewaldet und bildet die nächste Verbindungslinie zwischen Retournemer und La Bresse; es erhält von dem Vogesenkamm her die Abflüsse der 4 alten Glazialseen Blanchemer, der beiden Sechemer und des Lac de Corbeau. Geologisch bemerkenswert ist es noch dadurch, daß es in der gewaltigen, von mir als ,Bonhomme-Valtin-Moselotte-Spalte" bezeichneten longitudinalen Dislokationslinie liegt; in dieser treten dort stellenweise Gneis, Glimmerschiefer und Hornblendeschiefer zutage, welche zur Straßen-Beschotterung verwendet werden. Sie sind nördlich, an dem Feignes-Paß und in dem Glazialkessel von Retournemer, infolge einer transversalen Depression, mit unterkarbonischen Pflanzensandsteinen und Schiefern bedeckt, deren weicher Beschaffenheit letzterer seine Entstehung verdankt; stellenweise tritt auch Kohlenkalk zutage, welcher zur Beschotterung der berühmten ,Schluchtstraße" teilweise gebraucht wird.