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Zur Lakkolithenfrage.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Die Lakkolithen-Hypothese bietet uns den seltenen Fall einer teilweisen Rückkehr zu längst verfallenen Annahmen, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts allgemeine Geltung erlangten und bis über die Mitte desselben noch behaupteten; es war die Lehre Elie De Beaumonts von den Erhebungskrateren und von der Aufrichtung der Schichten durch vulkanische Kraft. Dem fortschrittlichen Amerika war es vorbehalten, uns eine neue Auflage dieser alten Lehre zu bescheren, um einige der großzügigen dortigen Vorkommen des Westens ihrer Entstehung nach zu erklären. Es sollte allerdings wohl nur eine vorläufige Erklärung sein, so lange eine bessere fehlte; und die Schöpfer der Hypothese, Gilbert und Holmes, hätten sich wohl kaum träumen lassen, daß ihre Ansicht so viel Anklang finden würde. Es fragt sich nur, ob die Voraussetzung solcher Lakkolithen - in Wirklichkeit hat kein menschliches Auge je einen gesehen - mit den physikalischen Grundgesetzen vereinbar ist. Wir wissen, daß bei tektonischen Bewegungen, von transversalen Bruchspalten aus, oft Sedimente sekundär längs ihrer Schichtflächen aufgeblättert und die so entstandenen Hohlräume mit eruptiven Intrusionen oder aber mit lateralen Mineralsekretionen (nach Art der Tutenmergel) ausgefüllt worden sind. Die Lakkolithen-Hypothese muß aber voraussetzen, daß solche Hohlräume durch Eruptiv-Intrusionen selbständig erweitert und durch große subterrane Ausbreitung letzterer die hangenden Schichtenkomplexe gehoben worden seien. Den Urhebern des Gedankens hat die Blasenbildung an der Oberfläche eines zähen Teiges oder einer geschmolzenen lavaähnlichen Masse vorgeschwebt.