Original paper

Das Diluvium au der Ems und in Ostfriesland.

Bielefeld, R.

Kurzfassung

Im zweiten Hefte des laufenden Jahrgangs dieser Zeitschrift, S. 215-231, haben die Herren F. Schucht und O. Tietze meine Schrift über die Geest Ostfrieslands teilweise einer Kritik unterzogen, indem Herr Schucht dem geologischen, Herr Tietze dem hydrographischen Abschnitt eine Besprechung gewidmet hat. Ich glaube, dieser Kritik in manchen Punkten eine Erwiderung schuldig zu sein, der die nachfolgenden Zeilen dienen sollen. In der Einleitung wird mir der Vorwurf gemacht, daß ich das Diluvium ,ferner Länder" zum Vergleich herangezogen habe, ,ohne zu berücksichtigen, daß das Eis in Grönland, Schweden, dem baltischen Rußland oder Island bei anderem Untergrund und anderen Daseinsbedingungen wesentlich andere Formen schaffen mußte als in dem so ganz anders gestalteten Gebiet des unteren Emslaufes". Nun sind aber gerade die vergleichenden Untersuchungen in Schweden, Island und Grönland bei der Erklärung der norddeutschen Diluvialformen von großer Bedeutung gewesen. Ich habe Keilhack zitiert, um z.B. die Diskordanz der Hvitåsedimente zu erklären, und Keilhack sagt selbst: ,Diese Ablagerungen nun zeigen in ihrem inneren Baue eine außerordentliche und anfangs auf mich geradezu überraschend wirkende Übereinstimmung mit den ausgedehnten Bildungen unteren Sandes in unserm Vaterlande." Was haben ,anderer Untergrund und andere Daseinsbedingungen des Eises" mit dieser diskordanten Parallelstruktur zu tun? - Erdmann hat zuerst das Vorkommen von Driftblöcken im Diluvium Schwedens erklärt. Ich habe darauf verwiesen, weil doch sicher die Bedingungen zur Ablagerung von Driftblocken allenthalben die gleichen sind.