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,Der Haupt-Buntsandstein ist keine echte Wüstenbildung".

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

In der November-Sitzung 1907 der Deutschen geologischen Gesellschaft zu Berlin legte Herr E. Zimmeumann aus Buntsandstein-Konglomerat der Gegend von Saalfeld am Rande des Thüringerwalds eine Anzahl Gerölle mit den charakteristischen Windschliffkanten vor, an deren Entstehung durch windgetriebenen abschleifenden Sand kaum noch gezweifelt werden dürfte. Die Proben sind besser als alle die aus dem süddeutschen unteren oder Eckschen Konglomerat des Schwarzwaldes mir bisher zu Gesicht gekommenen, die mich bisher noch nicht vom Windschliff überzeugen konnten. Der Vortragende hat aber an die so ganz richtig erklärte Erscheinung noch eine weitere Bemerkung geknüpft bezüglich des damaligen Klimas. Er spricht von Wüstenklima und nennt den Buntsandstein eine Wüstenbildung. Gegen diese meiner Ansicht nach irrige Anschauung kann ich nicht unterlassen, meinen lebhaftesten Widerspruch zu erheben, da sie leider schon viele Anhänger gefunden und sogar, obwohl sie doch zunächst nur eine unbewiesene Hypothese ist, als Axiom Eingang in die Lehrbücher gefunden hat. Es ist sogar schon so weit gekommen, daß Anhänger dieser Hypothese ,die Ansicht, daß die Ablagerungen des Mittleren Buntsandsteins hauptsächlich auf fluviatilem Wege oder gar in einem Meeresbecken entstanden, als abgetan" (!) und in ihrer Überhebung die Vertreter solcher ,veralteten" Ansichten als rückständig bezeichnen. Nun, die Zukunft wird ja lehren, wer schließlich im Rechte bleibt. Heute freilich gilt es überall, wo in irgend einer Formation mächtige Ablagerungen fossilfreier oder -armer Sandsteine, Konglomerate oder bunter Mergel erscheinen, die ihre besondere Entstehungsart nicht klar erkennen lassen, bei dem modernen Geologen fast als selbstverständlich, daß nur die Wüste solche Bildungen hat schaffen können.