Original paper

Die Gneise des Erzgebirges und ihre Kontaktwirkungen.

Gäbert, Carl

Kurzfassung

Seit einer Reihe von Jahren habe ich durch meine im Auftrage der Königl. Sachs, geologischen Landesanstalt ausgeführten und auf einen großen Teil des Erzgebirges sich erstreckenden geologischen Revisions- und Aufnahmearbeiten Veranlassung, mich mit der Frage der Gneise und kristallinen Schiefer, speziell derjenigen des Erzgebirges, zu beschäftigen. In den Jahren 1902/03 revidierte ich die Gegend von Annaberg und publizierte in dem im Jahre 1904 in 2. Auflage erschienenen Text zu Sektion Annaberg-Jöhstadt der geologischen Spezialkarte von Sachsen diejenigen Anschauungen über die genetische Natur der westerzgebirgischen Gneise, zu welchen ich bis dahin durch das Studium der geologischen Verhältnisse, besonders derjenigen der Annaberger Gegend, gelangt war. Seit jener Zeit sind von mir die Sektionen Marienberg, Zschopau, Augustusburg (Schellenberg-Flöha) und Freiberg-Langhennersdorf einer Revision unterzogen worden, namentlich aber während wochenlanger Exkursionen eingehende Studien über die genetischen Verhältnisse der Gneisformation auch in dem gesamten übrigen sächsischen Erzgebirge, bis an das elbtalgebirgische Schiefergebirge, angestellt worden. Um nun ein nicht allein einheitliches, sondern auch vollständiges Bild der Gneise und kristallinen Schiefer des gesamten Erzgebirges zu erlangen und dasselbe auch zum kartographischen Ausdrucke bringen zu können, erhielt ich im Sommer 1904 von der Direktion der Königl. Sächsischengeologischen Landesanstalt den Auftrag, auch das böhmische Erzgebirge, von Reitzenhain-Preßnitz an bis nach Niklasberg (im östlichen Erzgebirge), zu begehen und dabei genetische Studien und Erörterungen in den Vordergrund zu stellen.