Original paper

Der Warliner Wallberg.

Lehmann, Paul F. W.

Kurzfassung

Auf einer Fahrt von Stettin nach Lübeck schrieb ich vor einiger Zeit am Fenster des Schnellzuges stehend beim Bahnwärterhäuschen 335, kurz vor Neubrandenburg, in mein Notizbuch: ,Ein Ås?" Das Fragezeichen kann ich heute streichen. Am 9. Oktober dieses Jahres besuchte ich die Stätte, welche auf der untenstehenden Skizze (nach einem vergrößerten Ausschnitt des Meßtischblattes Pragsdorf) im Maßstabe 1 : 15 000 dargestellt ist. Etwa 2 km vom Dorfe Warlin und-dem Rande des Tales Neubrandenburg-Friedland liegt das Bahnwärterhaus an der Ostseite des Einschnittes, welcher den 860 m langen, durchschnittlich 15 m hohen Wallberg, dessen Böschungen Fallwinkel bis zu 30° aufweisen, in 2 ungleiche Stücke von 500 und 360 m Länge zerlegt. Fremdartig hebt sich das nur zur Viehweide dienende Gebilde ab von dem flachwelligen Ackerland der Umgebung, in dessen Vertiefungen kleine Tümpel und Brücher liegen zwischen 2 zum Tale bei Warlin eilenden Bächiein. Der Schienenstrang überschreitet die Bachtäler und die flachen Depressionen zu beiden Seiten des Ås auf Dammschüttungen, zu denen der Durchstich durch den Wall und ein flacher Einschnitt westlich von ihm das Material geliefert haben. Die erste photographische Aufnahme (Fig. 1 der Texttafel) erfolgte vom Fuße der westlichen Böschung, 250 m südlich der Bahnstrecke, zu welcher der entsprechend der Neigung des Geländes von 70 m ganz allmählich auf 66 m sich senkende Rücken mit 16 m hoher Rasenböschung abfällt.