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Die Seebrücken des Warnowsees auf Wollin.

Lehmann, Paul F. W.

Kurzfassung

Angeregt durch Jentzsch' interessanten Aufsatz ,Umgestaltende Vorgänge in Binnenseen" besuchte ich am 6. Oktober dieses Jahres die Umgegend von Warnow auf Wollin. Ich wollte das charakteristische Beispiel für die Gliederung einer Seefläche durch Ablagerungen kreisförmiger Driftströmungen näher in Augenschein nehmen. Das verführerische Kartenbild (vergl. Textfigur) verlor von seinem Zauber, als ich mich überzeugte, daß die Halbinseln, welche in den Dorfsee und den Westsee hineinragen, diluvialen Ursprungs sind. Mooriges. Sumpfgebilde, durch welches ein Kiesweg geschüttet und ein Graben gestochen ist, teilt die beiden mit flacher Wasserschicht bedeckten Moorbecken des Dorfsees, ein Hals verbindet das neuerdings als Schloßwall, früher mit ebenso geringer Berechtigung gelegentlich als Burgwall bezeichnete, bis zu 10 m hohe Plateau inmitten des Westsees mit dem südwestlichen Ufer. Auch der Hals ist im wesentlichen älter als der See. An der Nordostseite des sogenannten Burgwalles suchte ich nach nennenswerten Ansätzen zur Ausbildung von Seebrücken vergeblich; rund um die Halbinsel zieht sich eine alte, auf der Karte nicht eingetragene Uferterrasse, auf der hier und da ein aus dem Steilufer ausgewaschener Stein zu finden ist. Die Seebrücke zwischen Dorfsee und Westsee ist flach, stellenweise nur meterhoch und besteht wie die unteren Abhänge der ganzen Umgebung aus Talsand. Masse und Korn stehen außer Verhältnis zur größtmöglichen Kräftleistung der Driftbewegung in diesen Gewässern, und schon in der Tiefe von 1 m wird durch einen Graben eine ganze Reihe stattlicher Blöcke den Blicken enthüllt.