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Über Eruptivgesteinsgänge im Vicentinischen.

Maddalena, Leonzio

Kurzfassung

Die gangförmig auftretenden Vicentinischen Eruptivgesteine lassen sich ihrem Alter nach in drei auch petrographisch unterscheidbare Gruppen teilen: a) vortriadische b) triadische c) tertiäre. a) Die vortriadischen Gänge. Die außerordentliche Verbreitung des Quarzphyllits im Vicentinischen ist bekannt. Derselbe wurde schon durch Arduini und Maraschini als Urgestein anerkannt und von Stache, Vacek, Gümbel, Salomon, Mojsisovics, Frech, Taramelli und Tornquist als archäisch angesehen. An vielen Orten des Leogra-Beckens und Recoaro-Gebiets werden diese Schiefer von Gängen durchsetzt, die meist horizontal verlaufen. Sie bestehen aus einem porphyrischen Gestein, welches in frischem Zustand von graugrüner, in verwittertem von bräunlichweißer Farbe ist. Häufig sieht man auf der Oberfläche zahlreiche Kalzitdrusen, welche sich bei zunehmender Verwitterung vermehren und vergrößern. Das Korn der Ganggesteine ist meistens sehr fein; nur in den mächtigeren Gängen können Augit- und Olivin-Kristalle mit bloßem Auge unterschieden werden. Um das Alter dieser Gesteine wurde viel gestritten. Lepsius unterschied zuerst verschiedene Eruptionsepochen im Vicentinischen und nahm an, daß einige Eruptivgesteine während der Ablagerung des Rot, andere während der Bildung der Halobien-Schichten und wieder andere in der Zeit der Raibler Schichten entstanden seien. Später nahm Negri, wie er bei Gelegenheit des Italienischen geologischen Kongresses zu Fabriano (1883) mitteilte, an, daß zwei Eruptionen stattgefunden hätten: die eine im Rot, die andere zur Zeit der Raibler Schichten. Später änderte er seine Ansicht, wesentlich durch Bittners Autorität veranlaßt, welcher alle Gänge und alle Eruptionsfacies im Vicentinischen auf die Zeit der Wengener Schichten bezog.