Original paper

Die östliche Randverwerfung des fränkischen Jura.

Hermann, Rudolf

Kurzfassung

Ein neuer Beitrag zur Kenntnis ihres Verlaufes und ihres Alters. Im vierten Abschnitt von von Gümbels ,Frankenjura" berichtet von Ammon über eine Verwerfung ,Hollfeld-Waischenfeld-Pegnitz-Auerbach-Vilseck" am Ostrande des Gebirges, die sogenannte östliche Randverwerfung (S. 626-632). Indem er uns mit den wichtigsten Aufschlüssen, die eine Verwerfung erkennen lassen, bekannt macht, versucht er den Zusammenhang der einzelnen Teile festzustellen. Auf der geognostischen Karte von Gümbels ist die Verwerfungslinie eingetragen, um mit dem Rande der Karte abzubrechen. In dem östlich angrenzenden Blatte (Nr. VIII. Erbendorf) ist auf eine Eintragung verzichtet, in dem nördlich angrenzenden (Nr. XII. Kronach) ist die Fortsetzung über Krögelstein und Arnstein mit dem Verlauf der Verwerfung bei Hollfeld nicht in Übereinstimmung gebracht worden. Die Verbindung der einzelnen Verwerfungsstrecken stößt auf große Schwierigkeiten, da teils die Gleichartigkeit des Gesteins, teils der häufige Wechsel der Facies die Untersuchung erschweren. Sehr hinderlich hat sich auch das Fehlen einer Höhenschichtenkarte in geeigneter Größe erwiesen. Ich habe versucht, mit Hilfe eines Aneroidbarometers wenigstens einige der wichtigsten Punkte festzulegen. Jedoch sind bei den geringen in Betracht kommenden Höhenunterschieden, die sich oft nur auf wenige Meter beziffern, die gewonnenen Zahlen selbstverständlich nur relativ, nicht absolut zuverlässig. Wenn ich es trotzdem im folgenden wage, eine von der Rekonstruktion V. Ammons etwas abweichende Darstellung zu geben, so beruht dies teils auf Aufschlüssen, die, seit jener Zeit neu entstanden, V. Ammon noch nicht bekannt sein konnten, und auf sehr sorgsamem Absuchen der die Äcker reich bedeckenden Gesteinsbruchstücke, die in vielen Fällen einen sicheren Schluß auf das darunter anstehende Gestein zulassen, teils auf besonderer Berücksichtigung der orographischen Beschaffenheit unseres Gebietes.