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Die Lagerungsverhältnisse und Verbreitung der Karbon-Schichten im südlichen Teile des oberschlesischen Steinkohlenbeckens.

Michael, Richard

Kurzfassung

In der Februar-Sitzung des vergangenen Jahres habe ich an dieser Stelle über die Frage der Orlauer Störung im Oberschlesischen Steinkohlenbecken gesprochen. Die damals gemachten Mitteilungen kann ich heute auf Grund neuen Tatsachen-Materiales ergänzen und erweitern. Im oberschlesischen Steinkohlenbecken lassen sich auch nach ihrer räumlichen Verteilung zwei stratigraphisch und paläontologisch unterscheidbare große Abteilungen erkennen. Die charakteristischen Merkmale der älteren Abteilung, welche mit Rücksicht auf ihre Hauptverbreitung und Entwickelung im Randgebiet des oberschlesischen Beckens von mir als Randgruppe bezeichnet wurde, sind wenig mächtige, aber qualitativ sehr gute, überwiegend kokende Kohlenbänke, lokal allochthone Flöze, feinkornige Sandsteine, kleine Toneisensteinkonkretionen, sandige Schiefertone mit eingesohwemmtem Pflanzentrümmermaterial (Häcksel) und marine Zwischenschichten. Und zwar sind letztere nicht lediglich marine ,Horizonte" mit marinen Faunen in Ablagerungen von wenigen Zentimetern Stärke, sondern verhältnismäßig mächtige Schichten mariner Natur, Tonschlammablagerungen bis 50 m Stärke. Hingegen sind für die jüngeren Schichten der Muldengruppe kennzeichnend: grobkörnige Sandsteine, große Toneisensteinnieren, flözartige Toneisensteinlagen, durchweg autochthone Flöze von wechselnder Beschaffenheit und verschiedenartige Schiefertone, die im oberen Teil der Schichtenfolge schwärzlich und grau und reich an Pflanzenresten, im unteren Teil sandig, dunkelgrau bis bräunlich und glimmerreich sind. Sie enthalten nur brackische und Süßwasser-Tierreste, die auch neben den marinen Schichten in der Randgruppe vorhanden sind.