Original paper

Das Grundgebirge von La Palma.

Gagel, Curt

Kurzfassung

Schon von dem ersten Erforscher der Insel La Palma, Leopold V. Buch, war festgestellt worden, daß sich am Grunde der berühmten Caldera unter den jungvulkanischen Bildungen Gesteine von ganz anderem Charakter vorfänden, die er als primitive Gebirgsarten bezeichnet, vorwiegend für Diorit erklärt und z. T. mit gewissen ,Hornblendegesteinen" vergleicht, ,die in den Alpen so häufig dem Gneis aufliegen". Diese Gesteine sind nachher von allen späteren Erforschern der Insel als besonders wichtig angesehen und mehr oder minder ausführlich besprochen. Lyell erklärte sie als feldspathaltige Laven und Tuffe von sehr hohem Alter, ohne sie genauer ihrem Wesen nach zu identifizieren, und erst Reiss gab eine genauere und spezialisierte Beschreibung aller im Grunde der Caldera auftretenden Gesteine, die er teils zu den Diabasen, teils zu den Hyperstheniten stellte. Er hob hervor, daß unter den Diabasen die dichten, aphanitartigen Gesteine vorherrschten, daß aber auch Diabasporphyre, Oligoklas- und Augitporphyre, Glimmer- und Feldspatporphyrite sowie variolithartige Gesteine und solche von tuffartigem Charakter aufträten, ferner, daß diese Gesteine z. T. mit ,doleritischen Gesteinen" wechseln und daß sie meistens sich in einem sehr zersetzten Zustande befänden; endlich, daß eine starke Chlorit- und Epidotbildung in allen diesen Gesteinen zu beobachten wäre, und daß die meisten einen mehr oder minder großen Gehalt an Karbonaten aufwiesen. Damit war im wesentlichen der Charakter dieses Grundgebirges der Insel festgestellt; spätere Beobachter haben diesen Befund bestätigt, und Cohen erklärte auf Grund mikroskopischer Untersuchung des Reissschen Materiales die ,Hypersthenite" Ton Reiss für wahrscheinlich vortertiäre Tief engesteine, teilte sie in olivinführende und olivinfreie ein und bezeichnete sie als Diabase, Diorite und Syenite, bestätigte also z. T. die alte Diagnose v. Buchs.